NAHOST-KONFLIKT

1600 Raketenabschüsse auf Israel – mehr als 80 Tote in Gaza

Der Gaza-Konflikt schaukelt sich immer weiter hoch. In Tel Aviv heulen erneut Sirenen. In Deutschland kam es zu antisemitischen und anti-israelischen Protesten.
dpa
In Israel heulen Alarmsirenen seit Tagen. Menschen bringen sich wegen der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen in Sicherheit.
In Israel heulen Alarmsirenen seit Tagen. Menschen bringen sich wegen der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen in Sicherheit. GIL COHEN-MAGEN
Die 40-jährige Palästinenserin Dua al-Lou steht vor einem Trümmerhaufen in der Stadt Gaza. Sie beschreibt die L
Die 40-jährige Palästinenserin Dua al-Lou steht vor einem Trümmerhaufen in der Stadt Gaza. Sie beschreibt die Lage in Gaza als „tragisch und extrem unheimlich”. Saud Abu Ramadan
Jerusalem ·

Nach der jüngsten Eskalation im Gaza-Konflikt zeichnet sich auch nach tagelangen Angriffen keine Beruhigung ab. Militante Palästinenser im Gazastreifen setzten ihre Raketenangriffe auf Israel fort. Israel beschoss weiterhin Ziele in dem Palästinensergebiet. In mehreren deutschen Städten gab es daraufhin anti-israelische und antisemitische Demonstrationen. Dabei wurden auch israelische Flaggen angezündet. In verschiedenen Bundesländern reagierten die Sicherheitsbehörden mit erhöhter Wachsamkeit oder verstärkten den Schutz jüdischer Einrichtungen.

Im Großraum Tel Aviv, dem am dichtesten besiedelten Gebiet Israels, heulten die zweite Nacht in Folge Warnsirenen. Das israelische Militär setzte am Donnerstag seine massiven Angriffe fort. Im Gazastreifen starben nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums 83 Menschen seit der jüngsten Eskalation. Dem israelischen Armeesprecher Jonathan Conricus zufolge wurden in Israel mindestens sieben Menschen durch Raketen getötet.

600 Ziele im Gaza-Streifen beschossen

Wie der Sprecher weiter mitteilte, wurden seit Montagabend mehr als 1600 Raketen auf Israel abgefeuert. Das israelische Militär habe bislang rund 600 Ziele im Gazastreifen beschossen. In der Nacht zum Donnerstag und am frühen Morgen verstärkten israelische Kampfflugzeuge ihre Angriffe auf Einrichtungen der islamistischen Hamas und der militanten Gruppe Islamischer Dschihad. Im Vergleich zu früheren Einsätzen waren die Zerstörungen der vergangenen Tage im Gazastreifen sehr groß.

Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte der „Bild”: „Zumindest die jüngste Eskalation hat Hamas mutwillig herbeigeführt, indem sie über tausend Raketen auf israelische Städte geschossen hat.” Deutschland setze sich für ein sofortiges Ende der Gewalt ein. Hierzulande solle die Polizei „mit höchster Aufmerksamkeit jüdische Einrichtungen schützen”.

Israelische Flaggen in Deutschland angezündet

In der Bundesrepublik kam es zu mehreren antisemitischen und anti-israelischen Demonstrationen. In Gelsenkirchen stoppte die Polizei am Mittwochabend einen Demonstrationszug, der sich in Richtung Synagoge bewegte. In einem per Twitter verbreiteten Video des Zentralrats der Juden sind Sprechchöre mit antisemitischen Inhalten zu hören. Die Polizei bestätigte am Donnerstag die Echtheit des Videos. Auch in Hannover musste die Polizei bei einer Anti-Israel-Demonstration einschreiten. Zudem wurden in mehreren Städten israelische Flaggen angezündet. Maas forderte ein Verbot der Demos, „wenn Straftaten zu erwarten sind”.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist zuletzt wieder aufgeflammt. Er spitzte sich im muslimischen Fastenmonat Ramadan und nach der Absage der Parlamentswahl in den Palästinensergebieten immer weiter zu. Als Auslöser gelten etwa Polizei-Absperrungen in der Jerusalemer Altstadt, die viele junge Palästinenser als Demütigung empfanden.

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Kommentare (2)

Einfach so, wegen Absperrungen und Ramadan werden Raketen abgefeuert? Das klingt plausibel. Vermutlich Hunger gehabt, nur kein Snickers am Mann. Kenn ich, kenn ich.

Mehr als einen Satz aus dem Baukasten ist das der Presseagentur deshalb auch nicht wert. Denn wer nichts sagt, kann auch nichts verkehrt machen.

Durch unsere inkonsequente Einwanderungspolitik hängt D in diesem Konflickt politisch mit drin und ist belastbar. Eines Tages wird es politisch verallgemeint heißen ,,die Deutschen,, (gescheiterte Migranten/Migration) haben sich an Stimmung gegen Israel mit schuldig gemacht!