Die Berliner Bäder-Betriebe schicken schon seit Jahren zahlreiche Wachleute in die Freibäder. CDU-Innenexperte Philipp Amthor will gewalttätige Szenen, wie sie sich jüngst in einem Freibad abspielten, aber nicht akzeptieren. Paul Zinken/ Jens Oellermann/ Fotomontage Nordkurier
Täter mit Migrationshintergrund

Amthor verurteilt Massenschlägereien in Freibädern

Entwickeln sich Deutschlands Freibäder zum rechtsfreien Raum? Dort, wo eigentlich Spaß Trumpf sein sollte, eskaliert immer mehr die Gewalt. Der CDU-Innenexperte aus MV spricht Klartext.
Berlin

Wer regelmäßig Berliner Freibäder besucht, hat sich an die Bilder schon gewöhnt: Obwohl Sicherheitskräfte von privaten Security-Diensten am Beckenrand und auf den Liegewiesen patrouillieren, kommt es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen und sexuellen Belästigungen. Polizeieinsätze in Berlins Freibädern sind an der Tagesordnung.

Massenschlägerei am Beckenrand in Berlin-Steglitz

So auch am vergangenen Wochenende, als es im Freibad am Insulaner in Berlin-Steglitz zu einer Massenschlägerei kam – es gab Verletzte. Rund hundert junge Männer, überwiegend mit Migrationshintergrund, prügelten sich im Schwimmbad und am Beckenrand. Im Internet grassieren verstörende Bilder. Schläge, Tritte, zu fünft auf einen – selbst ein am Boden liegender Mann wurde weiter attackiert. Nur vier Beteiligte wurden bisher festgenommen.

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CDU-Innenexperte Philipp Amthor, Bundestagsabgeordneter aus Mecklenburg-Vorpommern, will diese Vorgänge so nicht akzeptieren. „Diese Bilder sind schockierend. Die Veranstalter sind in der ersten Verantwortung, dass Schwimmbäder nicht zum rechtsfreien Raum werden. Ich bin der Polizei für ihren Einsatz dankbar, aber unsere Polizisten können auch nicht jederzeit in allen Schwimmbädern mit Hundertschaften präsent sein”, sagte Amthor im Gespräch mit der Bild-Zeitung.

Für den Politiker ist klar: „Stattdessen braucht es in Zweifelsfällen von Veranstaltern frühzeitig mehr Kontrollen und stärkeres Einschreiten gegen bekannte Störer und ihr Klientel, das den öffentlichen Raum für sich beanspruchen will.”

Berlin ist keine Ausnahme

Zumal die regelmäßigen Vorfälle in Berlin kein Einzelfall sind. Laut Bild kam es in den vergangenen Tagen zu weiteren Ausschreitungen in Freibädern: In Lauf (Bayern) schlugen sich am Samstag drei Jugendliche und ein Kind. In Kaufbeuren (Bayern) wurden drei Mädchen (12, 13, 13) von einer Gruppe Jugendlicher begrapscht. Zwei tatverdächtige Syrer (11, 17) wurden identifiziert. In Köln begrapschte ein Afghane (23) in der vergangenen Woche zwei Mädchen (beide 13). In Gelsenkirchen (NRW) schlug am 14. Mai ein Deutscher (16) einem Syrer (14) zwei Zähne aus. Der soll sich mit einem Messer in der Dusche gerächt haben. In Stuttgart wurde am 15. Juni eine Frau (33) im FKK-Bereich von einem Mann (31) sexuell belästigt.

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