Apples Kamerafahrzeuge haben deutsche Straßen für den Kartendienst des iPhone-Konzerns abfotografiert – wie hier Neubrandenburg. Nun hat der US-Konzern Apple seinen Dienst „Look around” online gestellt. Der Aufschrei wegen des Datenschutzes blieb dieses Mal aus.
Apples Kamerafahrzeuge haben deutsche Straßen für den Kartendienst des iPhone-Konzerns abfotografiert – wie hier Neubrandenburg. Nun hat der US-Konzern Apple seinen Dienst „Look around” online gestellt. Der Aufschrei wegen des Datenschutzes blieb dieses Mal aus. NK-Montage/Fotos: Uwe Anspach/DPA/Apple
Vor zwölf Jahren fuhren bereits die Google Street View Autos durch Deutschlands Straßen. Damals blieb die Karte aus
Vor zwölf Jahren fuhren bereits die Google Street View Autos durch Deutschlands Straßen. Damals blieb die Karte aus Datenschutzgründen fast komplett weiß. NK-Archiv
Neuer Dienst

Apple stellt Fotos von Millionen deutschen Häusern online

Apples neuer Dienst „Look around” zeigt Fotos von so gut wie jeder deutschen Straße. Was bei dem Vorgänger von Google noch problematisch war, scheint niemanden mehr zu stören.
Neubrandenburg

Look around auf Deutsch „umsehen”. So nennt der US-Konzern Apple seinen neuen Dienst. In der App „Karten” kann man sich so mit nur einem Klick durch ganz Deutschland bewegen. Doch neu ist weder die Idee, noch die Umsetzung. Bereits 2010 wurden die Straßen Deutschlands mit „Street View” des Herstellers Google für alle erlebbar gemacht.

Weißer Fleck auf der Weltkarte

Mit Kameras auf dem Dach bestückte Autos fuhren 2010 durch ganz Deutschland. Sie machten Bilder von allen Fassaden, Straßen und Autos. Zum Ärger von Google, durfte danach nur ein Bruchteil dieser Bilder verwendet werden. Die deutschen Daten- und Verbraucherschützer sorgten damals dafür, dass Google seinen Dienst in Deutschland einstellte und es als einziges westliches Land ein fast vollkommen weißer Fleck auf der Street-View-Karte blieb.

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Apple wohl erfolgreicher

Zwölf Jahre später startet aus dem Nichts Apple mit „Look Around”. Wo damals der Aufschrei groß war, blieb er dieses Mal komplett aus. Nach Apple Angaben, wurde dabei akribisch auf Datenschutz geachtet. „Das Team von Apple Karten hat sehr eng mit den zuständigen Datenschutzbehörden zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass alle Datenschutzrichtlinien und -protokolle eingehalten werden”.

Kann man widersprechen?

Wessen Haus zu sehen ist, soll auch ein Möglichkeit bekommen, es unkenntlich machen zu lassen, sagt der US-Konzern. Bei der Nutzung über das Handy ist die Funktion nicht vorgesehen, auf dem Mac allerdings, gibt es den „Mein-Haus-Verbergen-Button”. Alternativ kann man sich per E-Mail an Apple wenden, um seine Privatsphäre zu schützen. Keine Ausnahme gibt es allerdings bei Gesichtern und KFZ-Kennzeichen. Diese sind aus datenschutzrechtlichen Gründen immer verpixelt. Wer also Angst hatte, sein Gesicht auf den Bildern in „Look around” zu sehen, der darf entspannt aufatmen.

In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg waren die Kamera-Autos von Apple von April bis Ende Juni unterwegs.

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