Wahl

Armin Laschet wird neuer CDU-Chef – Merz und Röttgen raus

Im Kampf um den CDU-Vorsitz gab es auf dem digitalen Parteitag eine Stichwahl zwischen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.
Armin Laschet (links) unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Friedrich Merz unterlag gegen ihn in der Stichwahl.
Armin Laschet (links) unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Friedrich Merz unterlag gegen ihn in der Stichwahl. Michael Kappler
Berlin

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet soll als Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer neuer CDU-Chef werden. Der 59-Jährige setzte sich am Samstag auf dem digitalen CDU-Parteitag in einer Stichwahl mit 521 zu 466 Stimmen gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz durch. Die Entscheidung muss noch formal per Briefwahl bestätigt werden.

Im ersten Wahlgang bekam am Samstag hatte keiner der drei Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit bekommen – der Außenpolitiker Norbert Röttgen belegte den dritten Platz und war damit aus dem Rennen.

Merz kam auf 385 Stimmen, Laschet auf 380 Stimmen und Röttgen auf 224 Stimmen. Es gab 3 Enthaltungen, 992 Stimmen wurden abgegeben.

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Merz und Laschet

Laschet hatte in seiner Bewerbungsrede seine Erfahrung als Regierungschef betont. „Man muss das Handwerkszeug einer Politik der Mitte beherrschen.“ Laschet verwies auf die Verhandlungen zum Kohleausstieg oder den Kampf gegen Kriminalität in NRW. Laschet hat als einziger der drei Bewerber um den Parteivorsitz ein Regierungsamt.

Merz hatte in seiner Rede für den Fall seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden indirekt auch die Kanzlerkandidatur für sich beansprucht. Sein Anspruch sei „Führung dieser Partei, aber auch Führung unseres Landes“, sagte er. „Wir sind als deutsche Christdemokraten fest entschlossen, diese nächste deutsche Bundesregierung auch wieder zu führen.“

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Spahn sorgt für Verwunderung

Für Verwunderung unter den Delegierten und Beobachtern sorgte im Vorfeld der Wahl, dass Gesundheitsminister Jens Spahn die Fragerunde nach den Vorstellungsreden der Kandidaten nutzte, um Werbung für Armin Laschet zu machen.

Spahn sagte, Laschet und er träten als Team an, es brauche eine geschlossene Partei. Laschet lebe Zusammenhalt. Laschet habe ein Viertel der Deutschen tatkräftig und besonnen durch die Pandemie geführt, sagte Spahn – eine Frage an die Kandidaten stellte er aber nicht. Laschet hatte angekündigt, Spahn im Falle eines Siegs bei der Wahl zum Parteivorsitzenden als einen von fünf stellvertretenden Parteivorsitzenden vorschlagen.

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