Der nach Umsatz weltgrößte Automobilkonzern Volkswagen muss wegen technischer Fehler mehr als 100.000 Fahrzeuge zur
Der nach Umsatz weltgrößte Automobilkonzern Volkswagen muss wegen technischer Fehler mehr als 100.000 Fahrzeuge zurück in die Werkstätten rufen. Julian Stratenschulte
Im Dezember 2021 ist bei Waren ein nagelneuer Hybrid-Van wegen eines technischen Fehlers vollständig ausgebrannt.
Im Dezember 2021 ist bei Waren ein nagelneuer Hybrid-Van wegen eines technischen Fehlers vollständig ausgebrannt. Feuerwehr
100.000 Autos betroffen

Brenzlige Rückruf-Aktion bei VW

Tausende E-Autos und Benziner des Automobilkonzerns Volkswagens müssen zurück in die Werkstätten. Der Grund: Verarbeitungsfehler erhöhen die Brandgefahr.
Wolfsburg

Vorsicht, Feuer! Wegen Brandgefahr hat der Automobilkonzert Volkswagen mehr als 100.000 Fahrzeuge verschiedener Marken zurück in die Werkstätten gerufen. Dabei sind auch rund 26.000 E-Autos in Deutschland betroffen. Innerhalb weniger Tage startete der nach Umsatz größte Automobilhersteller der Welt gleich zwei größere Rückrufaktionen.

Zunächst müssen wegen Brandgefahr im Motorraum weltweit 58.000 Fahrzeuge (in Deutschland 32.000) der Marken T-Roc, Golf, Passat, Tiguan, Arteon in die Werkstatt. Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) kann die „ungenügende Befestigung der Motor-Designabdeckung zur Berührung mit heißen Teilen und in der Folge zum Brand führen”. Bislang wurden wegen dieser Ursache bislang 16 Schadensfälle in Deutschland gezählt.

Nagelneuer VW T7 in Flammen

Außerdem sollen 42.000 Autos weltweit (in Deutschland 26.000) wegen eines möglichen Kurzschlusses überprüft werden. Weil die Elektro-Sicherung in den Modellen nicht zuverlässig funktioniert und deshalb die Gefahr eines Stromschlags und eines Kurzschlusses erhöht ist, sollen die Hybrid-Fahrzeuge der Modelle Arteon, Golf, Passat, Tiguan und T7 der Baujahre 2019 bis 2022 zurück in die Werkstätten.

Mehr zum Thema: Neues E-Auto in Flammen – wie hoch ist die Gefahr?

Bei einem Zwischenfall aus dem vergangenen Jahr sei es in einem VW Golf zu einem Brand gekommen, hieß es von VW. Außerdem wurde auch mindestens ein Fall in der Mecklenburgischen Seenplatte bekannt, wo ein neuer VW Multivan T7 plötzlich in Flammen stand. Das Fahrzeug war im Dezember 2021 auf der Bundesstraße 192 bei Waren in Brand geraten. Der Grund für das Feuer war laut Polizeimitteilung ein technischer Defekt. Dem Fahrer gelang es noch rechtzeitig, am Fahrbahnrand zu halten und das Fahrzeug zu verlassen, als der Motorraum und der Fahrgastraum auch schon brannten.

Brandrisiko bei E-Auto nicht höher

Laut Deutschem Feuerwehrverband stehen monatlich mehr als 1000 Autos in Deutschland in Flammen – die meisten von ihnen werden jedoch von Benzin angetrieben. Der in Waren betroffene VW T7 ist erst seit Sommer 2021 auf dem Markt. Angetrieben wird der 218 PS starke Van von einem 1.4 Liter TSI-Motor und einer rund 13 kWh großen Batterie, die am Unterboden des Autos angebracht ist. Bei dem Brand auf der B192 fiel auf, dass die Flammen vor allem aus dem linken Motorraum schlugen, auch die Polizei nimmt an, dass das Feuer im Motorraum seinen Ursprung nahm.

Grundsätzlich sind sich die Experten einig: Das Brandrisiko ist bei einem Elektroauto nicht höher als bei einem Benziner. „Aktuell gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass Elektroautos mit oder ohne Unfalleinwirkung eher zum Brennen neigen als Autos mit Verbrennungsmotor“, heißt es in einem Statement des ADAC. Auch Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf schlägt in dieselbe Kerbe: „Tatsache ist, dass nach unseren Erkenntnissen von E-Autos keine höhere Brandgefahr ausgeht als von konventionell angetriebenen Autos.”

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