FRÜHCHEN-STATIONEN

Bundesrat stellt sich gegen Fallzahlen in Kindermedizin

Für Kliniken im ländlichen Raum könnte es wegen zukünftiger Mindestbehandlungszahlen schwierig werden. Der Bundesrat fordert nun eine Alternative von der Bundesregierung – mit Stimmen aus MV.
Fallpauschalen in der Kindermedizin? Der Bundesrat fordert ein Umdenken von der Bundesregierung.
Fallpauschalen in der Kindermedizin? Der Bundesrat fordert ein Umdenken von der Bundesregierung. Sebastian Kahnert
Schwerin ·

Der Bundesrat hat am Freitag mit den Stimmen Mecklenburg-Vorpommerns die Bundesregierung aufgefordert, ein „zukunftsfähiges Vergütungssystem“ für die Kindermedizin inklusive der Geburtshilfe sowie für die Kinderchirurgie vorzulegen. Die Beschlussfassung geht auf einen Antrag der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Bremen zurück.

Zuletzt hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wegen seiner Pläne zu Mindestbehandlungszahlen in Krankenhäusern viel Kritik einkassiert. Gemeint ist damit eine neue Richtlinie für die Behandlung frühgeborener Babys mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm. Diese Pläne bedrohen unter anderem konkret die Kliniken in Neubrandenburg und Greifswald.

„Unsere klare Erwartung ist, dass die Bundesregierung im 2. Halbjahr 2021 Vorschläge macht, wie die Finanzierung der Kindermedizin und der Geburtshilfe insbesondere im ländlichen Raum dauerhaft und verlässlich gesichert werden kann“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu der Forderung des Bundesrates. „Die Fallpauschalen haben sich in der Kindermedizin nicht bewährt. Wir sollten sie in diesem Bereich abschaffen“, so Schwesig.

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