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Soziale Netzwerke

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Bundesregierung zahlt Millionen für Sponsoring

Die Bundesregierung hat 2017 fast fünf Millionen Euro für sogenanntes Sponsoring in den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter und Instagram ausgegeben.
Die Bundesregierung hat 2017 fast fünf Millionen Euro für sogenanntes Sponsoring in den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter und Instagram ausgegeben.
Britta Pedersen

Der Datenskandal um Cambridge Analytica sorgte für viel Kritik – auch in der Bundesregierung. Dabei investiert sie selbst in Werbung bei Facebook und Co.

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr fast fünf Millionen Euro für sogenanntes Sponsoring in den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter und Instagram ausgegeben. Das geht aus der Antwort auf eine kleine Anfrage des stellvertretenden AfD-Fraktionsvorsitzenden Leif-Erik Holm an die Bundesregierung hervor.

2016 waren es noch 3,8 Millionen Euro, im vorangegangen Jahr sogar nur rund 862.000 Euro. Im Wahljahr 2013 hatte die Bundesregierung knapp 157.000 Euro für Werbung in sozialen Netzwerken bereitgestellt, im Jahr 2010 waren es insgesamt 2818,18 Euro.

Zwar sei es natürlich grundsätzlich erklärbar, dass die Ausgaben mit der Bedeutung der sozialen Netzwerke stiegen, so der Vorsitzende der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm. Dennoch legten die Rekordausgaben im Wahljahr den Verdacht der Wahlbeeinflussung nahe.

„Regierung nutzt die von Facebook erhobenen Daten”

Zudem stelle sich die Frage, ob die Bundesregierung „als Großkunde überhaupt neutral mit den Netzwerken über Datenschutz verhandeln“ könne, erklärte Holm weiter. Und: „Die Bundesregierung nutzt beim Sponsoring ja genau die von Facebook erhobenen Daten der privaten Nutzer, was sie im Allgemeinen doch kritisiert. Fast also wie Cambridge Analytica – nur, dass dafür Geld geflossen ist.“

Justizministerin Katarina Barley (SPD) hatte Facebook mehrfach als ein „Netzwerk der Intransparenz“ bezeichnet und in ihrer Regierungserklärung am 22. März mit Blick auf den Datenskandal bei Facebook und Cambridge Analytica kritisiert: „Da wurden Menschen mit politischen Botschaften bombardiert, je nachdem, wie sie eingeschätzt wurden: die Verzagten mit Angstmacherei, die Wütenden mit Hassbotschaften. Und das Ganze geschah, um eine politische Wahl zu beeinflussen.“

Aufgrund solcher Gefahren, sei es „so wichtig, dass jede und jeder Einzelne möglichst gut darüber informiert ist, welche Daten von ihm oder ihr unterwegs sind, und möglichst viel Kontrolle über diese Daten hat“, so Barley weiter.

Nach Angaben von Facebook könnten weltweit bis zu 87 Millionen Mitglieder vom Datenskandal betroffen sein, davon rund 310.000 in Deutschland.