Fachkräftemangel

Bundeswehr will Ausländer rekrutieren

Der Fachkräftemangel macht auch vor den Streitkräften nicht Halt. Die Bundeswehr erwägt daher, Männer und Frauen auch im EU-Ausland zu rekrutieren.
dpa
Es gibt bereits eine tiefe Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und den Streitkräften aus dem EU-Ausland: Zum Beispiel hier auf dem Truppenübungsplatz in Jägerbrück, auf dem polnische und deutsche Soldaten Mitte Dezember ein gemeinsames Gefechtsschießen abhielten.
Es gibt bereits eine tiefe Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und den Streitkräften aus dem EU-Ausland: Zum Beispiel hier auf dem Truppenübungsplatz in Jägerbrück, auf dem polnische und deutsche Soldaten Mitte Dezember ein gemeinsames Gefechtsschießen abhielten. Carsten Korfmacher
Mehr als 40 Leoparden stellte die Bundeswehr der polnischen Armee zur Verfügung.
Mehr als 40 Leoparden stellte die Bundeswehr der polnischen Armee zur Verfügung. Carsten Korfmacher
Mittlerweile befindet sich der Aufbau einer deutsch-polnischen Panzerbrigade in vollem Gange, 2021 soll die Einheit einsatzfähig sein. Im Dezember fand in Mecklenburg-Vorpommern eine gemeinsame Großübung statt, an der 140 Soldaten aus Deutschland und Polen teilnahmen. 
Mittlerweile befindet sich der Aufbau einer deutsch-polnischen Panzerbrigade in vollem Gange, 2021 soll die Einheit einsatzfähig sein. Im Dezember fand in Mecklenburg-Vorpommern eine gemeinsame Großübung statt, an der 140 Soldaten aus Deutschland und Polen teilnahmen. Carsten Korfmacher
Ein Bundeswehr-Soldat schießt bei einer gemeinsamen deutsch-polnischen Übung eine Panzerfaust ab.
Ein Bundeswehr-Soldat schießt bei einer gemeinsamen deutsch-polnischen Übung eine Panzerfaust ab. Carsten Korfmacher
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Berlin.

Die Bundeswehr prüft, EU-Ausländer für spezielle Tätigkeiten zu rekrutieren. „Wir reden hier beispielsweise von Ärzten oder IT-Spezialisten”, sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, der Funke-Mediengruppe dazu. In Zeiten des Fachkräftemangels müsse die Bundeswehr „in alle Richtungen blicken” und sich um den passenden Nachwuchs bemühen.

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums sagte, es gehe um „Stellen mit besonders gesuchten Qualifikationen, in einem sehr eng definierten Rahmen, beispielsweise Ärzte oder IT-Fachkräfte”. Die Idee, die Rekrutierung von EU-Ausländern zu prüfen, sei aber nicht neu, so die Sprecherin und verwies auf eine entsprechende Passage im Weißbuch 2016. Schon im Juli hatte das Verteidigungsministerium bestätigt, die Option der Anwerbung von Ausländern in die Personalstrategie aufgenommen zu haben – allerdings ohne genauere Angaben zu möglichen Einsatzbereichen.

Bereits heute viele Soldaten mit Migrationshintergrund

Nach „Spiegel”-Angaben will das Verteidigungsministerium vor allem Polen, Italiener und Rumänen anwerben, die bereits seit Längerem in Deutschland lebten und fließend Deutsch sprächen. So wolle die Bundesregierung EU-Nachbarn die Angst nehmen, dass Deutschland Soldaten mit besseren Gehältern abwerbe, berichtete das Magazin unter Berufung auf ein internes Papier des Ministeriums. Vor allem osteuropäische Nachbarn fürchteten negative Auswirkungen auf die eigene Bedarfsdeckung.

Die Ministeriumssprecherin sagte: „Natürlich haben wir uns hierzu auch mit anderen EU-Ländern ausgetauscht.” Die Arbeitsergebnisse würden derzeit ausgewertet, der Prozess sei noch nicht abgeschlossen. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), sagte der Funke-Mediengruppe, die Rekrutierung von EU-Ausländern sei „eine Art Normalität”. In der Truppe gebe es bereits viele Soldaten mit Migrationshintergrund oder doppelter Staatsbürgerschaft.

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Kommentare (1)

unser Land ist doch nicht einmal in der Lage die Leute zu überprüfen und zu checken welche zu uns rein kommen und dann sollen diese Menschen an Militärtechnik, Waffen und Sprengmitteln ausgebildet und trainiert werden - wer garantiert für deren Zuverlässigkeit und wer übernimmt die Verantwortung für die Zivilbevölkerung - oder sollen dort paramilitärische Einheiten aufgestellt werden - wenn ja gegen wen -?