MINISTERWECHSEL IN BERLIN

Bundeswehr wird weiter von einer Frau geführt

Es geht Schlag auf Schlag: Ursula von der Leyen wird knapp zur Präsidentin des EU-Kommission gewählt. Dann fällt auch schon die Entscheidung über ihre Nachfolge in Berlin. Und die Überraschung ist perfekt: Das Verteidigungsressort übernimmt Annegret Kramp-Karrenbauer.
dpa
Oberst Frank Rapp, stellvertretender Kommandeur der Saarlandbrigade, übergibt der damaligen saarländischen Ministerpräsiden
Oberst Frank Rapp, stellvertretender Kommandeur der Saarlandbrigade, übergibt der damaligen saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) anlässlich eines Rückkehrappells auf dem Ludwigsplatz in Saarbrücken ein Flagge des Saarlandes. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wird überraschend neue Verteidigungsministerin. Oliver Dietze
Berlin.

Politischer Paukenschlag in Berlin: Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer soll neue Verteidigungsministerin im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel werden. Das bestätigte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstagabend in Berlin. Die CDU-Politikerin soll Ursula von der Leyen nachfolgen, die das Europaparlament zuvor zur neuen EU-Kommissionspräsidentin gewählt hatte. Der Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums soll schon an diesem Mittwoch erfolgen.

Ansonsten sind keine Veränderungen im Bundeskabinett geplant. Die Ernennung im Bundespräsidialamt sei für diesen Mittwoch vorgesehen. Somit nimmt Merkel an ihrem 65. Geburtstag ihre Wunschnachfolgerin als Kanzlerin in ihre Regierungsmannschaft auf.

Funktion nicht lange unbesetzt lassen

Die frühere saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer hatte erst im Dezember den CDU-Vorsitz übernommen und sich dabei gegen den früheren Unions-Fraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn durchgesetzt. Letzterer war zuletzt für den Posten des Verteidigungsministers gehandelt worden. Dass die Wahl dann auf Kramp-Karrenbauer fiel, war eine Überraschung.

Merkel hatte Stunden zuvor bereits angekündigt, die wichtige Funktion könne man nicht unbesetzt lassen. „Es wird eine sehr schnelle Neubesetzung geben. Das Bundesverteidigungsministerium, der Verteidigungsminister oder die Ministerin, sind Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt. Das kann man nicht lange offen lassen“, sagte die Kanzlerin in Berlin.

zur Homepage

Kommentare (3)

- dementsprechende Motivation - der Wähler ist schon ganz gespannt und kann die nächsten nachhaltigen Ueberraschungen von Frau Merkel kaum erwarten

Nachdem die Bundeswehr froh gewesen ist, von Frau von der Leyen entbunden worden zu sein, wird jetzt wahrscheinlich in den höheren und höchsten Offiziersdienststuben vor Kummer gesoffen. Ich erinnere mich an eine (noch zu DDR-Zeiten) gehörte Bundestagsdebatte. Herbert Wehner beklagte die elende Personalpolitik der FDP, die bei der Kabinettsbildung in der Regel den Posten des Wirtschaftsministers zugesprochen bekommen hatte. "Wir hatten einen Haussmann", wetterte Wehner, "wir hatten einen Bangemann, wir hatten einen Möllemann. Wann bekommen wir endlich einen Fachmann ?"
Dieselbe Frage stellen sich jetzt viele Führungskräfte der Bundeswehr.
Deutschland, wie tief bist Du gesunken.

Verteidigungsministerin??? Keine Ahnung, aber davon ne ganze Menge. Aber höchstwahrscheinlich das richtige Parteibuch. Ich weiß nun wieder, warum ich keiner Partei angehören will - ich gehe lieber weiter ehrlich durchs Leben. Viel Erfolg AKK!