RÜSTUNGSPROJEKT

CDU-Abgeordneter Amthor für Flugzeugträger-Bau

Der Unionspolitiker aus Vorpommern unterstützt den Vorschlag von Annegret Kramp-Karrenbauer. Alle anderen feuern die volle Breitseite dagegen.
Unter den Bundestagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern steht Amthor mit seiner Meinung ziemlich alleine da.
Unter den Bundestagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern steht Amthor mit seiner Meinung ziemlich alleine da. Gregor Fischer
Berlin.

CDU-Bundestagsabgeordneter Philipp Amthor aus Vorpommern spricht sich für den Bau eines deutsch-französischen Flugzeugträgers aus. „Die Idee eines gemeinsamen europäischen Flugzeugträgers unterstütze ich. Ein solches Projekt wäre ganz im Sinne unseres neuen deutsch-französischen Parlamentsabkommens und ein gutes Ziel für unsere europäische Verteidigungszusammenarbeit“, sagte Amthor.

Der Unionspolitiker stellte sich damit demonstrativ hinter einen Vorstoß seiner Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, für den auch schon Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Sympathie geäußert hatte. Ein solcher Flugzeugträger – den Deutschland anders als Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien nicht besitzt – würde mehrere Milliarden Euro kosten.

Unter den Bundestagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern steht Amthor mit seiner Meinung ziemlich alleine da. Von allen Seiten hagelt es Kritik: „Keine Einsatzmöglichkeiten, zu teuer, fehlende Häfen: Der Bau eines Flugzeugträgers wäre in meinen Augen eine exorbitante Steuergeldverschwendung. Anstatt solche irrsinnigen Projekte zu diskutieren, sollten wir endlich dafür sorgen, dass unsere Panzer fahren, unsere U-Boote tauchen und unsere Flugzeuge fliegen können“, sagte beispielsweise AfD-Parlamentarier Leif-Erik Holm. Dies gelte schon für einen Flugzeugträger, den Deutschland eventuell allein bauen könnte.

Claudia Müller: Neue überteuerte Prestigeobjekte sind nicht nötig

Der Landesvorsitzende der AfD steht auch einem gemeinsamen Projekt mit Frankreich ablehnend gegenüber: „Würde das Projekt tatsächlich umgesetzt werden, kann ich mir schon lebhaft ausmalen, wie es aussehen würde: Deutschland darf zahlen, und die Franzosen schippern mit dem Träger über die Weltmeere.“

Andere Argumente haben da Linke, SPD und Grüne. „Braucht Europa dieses Projekt? Ich meine, es gibt wesentlich vordringlichere Aufgaben: Gemeinsame Investitionen in Bildung, Wachstum und ein soziales Europa beispielsweise“, sagte SPD-Parlamentarierin Sonja Steffen, die ebenfalls aus Vorpommern kommt.

Wie auch Claudia Müller von den Grünen: Die deutsch-französische Freundschaft und Zusammenarbeit sei in den letzten Jahrzehnten ein Treiber in der europäischen Entwicklung gewesen und gemeinsame Projekte seien auch ein Ausdruck dafür. Aber: „Im Außen- und Sicherheitsbereich sind jedoch keine neuen überteuerten Prestigeobjekte nötig, sondern eine echte gemeinsame Strategie, die auch weitere Partner miteinbezieht. Ein Flugzeugträger ist dafür weder geeignet noch in der derzeitigen aufgeladenen weltpolitischen Lage die richtige Antwort.“

Die Linke steuert einen ganz ähnlichen Kurs: „Wir fordern ein Ende der Aufrüstungsspirale und eine Abkehr von der militärischen Eskalationspolitik der Nato“, sagte Abgeordnete Heidrun Bluhm. Der Militärhaushalt der Nato-Staaten sei 14-mal höher als der der Russischen Föderation.

Es müsse Schluss sein mit Milliarden verschlingenden Rüstungsprojekten. „Frieden und Sicherheit in Europa schaffen wir nicht durch Aufrüstung, sondern indem wir auf Gespräche, vertrauensvolle Zusammenarbeit, intensiven Dialog setzen. Daher ein klares Nein zu einem gemeinsamen deutsch-französischen Flugzeugträger“, so Bluhm.

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Kommentare (7)

OPPORTUNIST .....

Jetzt drehen sie vollkommen durch. Der Am.... gehört aus der Regierung geschmissen. Neuwahlen, schnellstens.

Ähm, welcher Regierung gehört Herr Amthor denn Ihrer geschätzten Meinung nach an?

Da ist er wieder ,der Kommentarekommentierer , studiert bis an den Hals, darüber ist nichts angekommen.

Wenn die Argumente ausgehen, wird er persönlich...

Du wiederholst dich.

unter dementsprechenden Bündnissen und der passenden Innen - wie Außenpolitik