Die Deutsche Post AG wurde vor 25 Jahren gegründet – als private Nachfolgerin der staatlichen Bundespost. Der CDU-A
Die Deutsche Post AG wurde vor 25 Jahren gegründet – als private Nachfolgerin der staatlichen Bundespost. Der CDU-Abgeordnete Elmar Müller hat Fehler in diesen Prozess eingeräumt. Bildkombo - Deutscher Bundestag (kleines Bild), Henning Kaiser
Quasi-Monopol

CDU-Politiker Müller räumt Fehler bei der Post-Reform ein

Woran liegt es, dass die Deutsche Post nach ihrer Privatisierung immer noch kaum Mitbewerber hat? Ein CDU-Politiker glaubt, man habe es dem „Gelben Riesen” zu leicht gemacht.
Bonn

Der CDU-Politiker Elmar Müller hält es 25 Jahre nach der Privatisierung der Deutschen Post 1995 für einen Fehler, dass die Privatisierung zu zaghaft angegangen worden sei. Erst 1998 sei der Paketmarkt hürdenfrei geöffnet worden und 2007 der Briefmarkt: „Das war zu langsam“, sagt Müller. Der heute 77-Jährige, der bis 2002 im Bundestag saß, war seinerzeit für die Post-Reform mitverantwortlich.

Post wurde zu sehr vor Wettbewerbern geschützt

Auflagen zum Schutz des einstigen Staatsmonopolisten seien für Wettbewerber erhebliche Hindernisse gewesen. Tatsächlich ist der Vorsprung vor der Konkurrenz noch immer gewaltig: Laut Bundesnetzagentur liegt der Umsatz-Marktanteil der Deutschen Post DHL im Inland bei 44 Prozent bei Paketen und 86 Prozent bei Briefen. Zu hoch, findet etwa die Monopolkommission – die Konkurrenz habe es zu schwer. Zu ihr gehören der Briefdienstleister Postcon und die Paketfirmen DPD, Hermes, GLS und UPS – aber auch regionale Akteure wie die Nordkurier Mediengruppe.

Die Deutsche Post AG gilt hingegen 25 Jahre nach ihrer Entstehung aus der staatlichen Bundespost als hochprofitabler Gewinn-Garant. Bereits mit der 2002 abgeschlossenen Übernahme der Kurierfirma DHL wuchs der Konzern zur globalen Größe. Dienste wie Express-Sendungen und Packstationen kamen hinzu, der Konzern bestand im weltweiten Wettbewerb. Weil nach wie vor etliche Regelungen gelten, die das Unternehmen vor seinen Wettbewerbern bevorzugen, ist die Marktsituation gegenüber den Mitbewerbern nach wie vor nicht ausgewogen.

Deutsche Post AG ist zu einem Weltkonzern geworden

Und die Aussichten sind ebenfalls gut: Das seit Mitte 2019 geltende höhere Porto für Briefe und ein ab Anfang 2020 greifender Preisaufschlag für Pakete dürften die Bonner Kassen beim Inlandsgeschäft kräftig klingeln lassen. „Die Deutsche Post DHL Group ist stärker aufgestellt als jemals zuvor“, sagt Vorstandsboss Frank Appel und macht den Eindruck, als strotze sein Konzernriese vor Kraft. Man habe eine „tolle Erfolgsgeschichte“ geschrieben.

Ein Riese, der 25 Jahre alt ist – und der so breite Schultern hat, dass inländische Wettbewerber neben ihm arg schmächtig aussehen. Der Einfluss des Bundes auf den Ex-Staatsmonopolisten ist indes noch immer groß: Die staatliche KfW hält 21 Prozent der Aktien – auch deshalb dürfte die Bundespolitik wohl kaum Interesse daran haben, die Wettbewerbs-Vorteile des „Gelben Riesen” durch neue Regelungen oder die Streichung von Privilegien zu mindern.

 

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