ZDF-MODERATOR

Claus Kleber kritisiert Journalisten für Klima-Aktivismus

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk hat ZDF-Moderator Claus Kleber eingeräumt, dass manche Journalisten beim Thema Klimaschutz über das Ziel hinausschießen.
ZDF-Moderator Claus Kleber glaubt, dass Journalisten es beim Thema Klimaschutz mitunter übertreiben.
ZDF-Moderator Claus Kleber glaubt, dass Journalisten es beim Thema Klimaschutz mitunter übertreiben. Jörg Carstensen / dpa
Mainz ·

Es kommt eher selten vor, dass ein Journalist einen anderen Journalist zum Thema Journalismus interviewt – genau dafür nahm sich am Dienstagmorgen allerdings der Deutschlandfunk Zeit. Moderatorin Barbara Schmidt-Mattern wollte von ZDF-Moderator Claus Kleber wissen, wie er die Berichterstattung über Klimaschutz im Zusammenhang mit der Hochwasser-Katastrophe in Westdeutschland einschätzte. (Das Interview kann hier in Auszügen nachgelesen und hier in Gänze nachgehört werden.)

Erst aufarbeiten, was beim Hochwasser schief lief – dann wieder über Klimaschutz reden

Kleber betonte zunächst, es komme in seinen Augen derzeit nicht darauf an, über die Notwendigkeit von mehr Klimaschutz zu sprechen, sondern gehe vielmehr darum, eine schonungslose Aufarbeitung der Dinge vorzunehmen, die in den vergangenen Tagen schief gelaufen seien – etwa beim Bevölkerungsschutz. Dahinter müsse das Thema Klimaschutz zurückstehen.

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Kleber äußerte sich aber auch zum Vorwurf, die Berichterstattung – gerade in den öffentlich-rechtlichen Medien – zum Thema Klimaschutz sei voreingenommen. Einerseits nahm er seine Kollegen davor in Schutz, indem er betonte, solche Berichte seien oft „das Ergebnis von jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema”. Natürlich habe dabei auch jeder Journalist ein persönliches Urteil in seinem Kopf. Die Herausforderung sei aber „plausible andere Sichtweisen nicht auszuklammern. Als Privatmensch kann man das machen – als Journalist darf man das nicht.”

„Wir haben keinen volkserzieherischen Auftrag”

Auf die Rückfrage der Moderatorin, ob er in diesem Zusammenhang Verständnis für die Kritik habe, dass einige Journalistinnen und Journalisten mitunter Nachricht und journalistische Berichterstattungspflicht mit Aktivismus verwechseln würden, antwortete Kleber: „Das gibt es, ja. Das beobachte ich auch und wir müssen verdammt aufpassen, dass wir auf diesem schmalen Grad nicht ausrutschen.” Journalisten dürften sich einerseits nicht von Argumentationstechniken irritieren lassen, die von der Hauptsache ablenken würden – andererseits, so Kleber: „Wir dürfen nicht unsere Haltung von vornherein in eine erzieherische umwandeln.”

Der Moderator, der seine Kariere als Anchorman des heute Journals in diesem Jahr nach 18 Jahren beendet, führte weiter aus. „Wir sagen gelegentlich in unseren Redaktionen: Wir machen keinen Um-zu-Journalismus. Wir berichten nicht heute Abend, um die Menschen von der Notwendigkeit des Klimaschutzes zu überzeugen. Das ist nicht unsere Aufgabe.” Denn, so Kleber abschließend, man berichte über ein Thema und informiere über Argumente dafür und dagegen. Aber: „Wir haben keinen volkserzieherischen Auftrag – weder in der einen Richtung noch in der anderen.”

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Kommentare (8)

"Volkserziehungsauftrag" sollten sich viele Journalisten hinter die Ohren schreiben, das nervt, das nervt ungemein und erwachsene kann keiner mehr erziehen!

heucheln viele ihre Läuterung.
Bei seinen, nicht nur unterschwelligen, Erziehungsversuchen hat Herr Kleber schon massiv versucht, Menschen in eine politische Ecke zu stellen und andere als seine Argumente zu diffamieren.

das hat er nicht. Meiner Ansicht nach ein sehr objektiv bewertender Journalist.

Die Erhaltung des eigenen Hauses, die Erde , als Aktionismus zu bezeichnen ist, hart grenzwertig. Nur als der Herr noch fest im Sattel der öffentlichen saß, gab es derartige Äußerungen nicht von ihm. Naja er muss im Gespräch bleiben.

Herr Kleber ist nach meiner Meinung ein Paradebeispiel für Erziehungsjornalismus.So kurz vor der Rente kommen seine Erkenntnisse etwas spät.

„Wir dürfen nicht unsere Haltung von vornherein in eine erzieherische umwandeln” sollte er mal bei sich selbst, beim so genannten "gendern" anwenden anstatt weiterhin dieses Schluckauf ähnliche "Sternchen-Innen" zu verwenden und seinen Zusehern aufzwingen.

Eigene Nase usw...

Ja, das ist Altersweisheit, allerdings eine sehr leise.
Das Klima ändert sich. Der Einfluss des Menschen ist begrenzt, solange er nicht das riesige Potential von Atomwaffen nutzt. Wichtiger ist, sich auf die Änderungen einzustellen (von Storch u.a.; Klimafalle). In den letzten 10000 Jahren ist der Meeresspiegel um 140 m gestiegen, nach dem auch das amerikanische Inlandeis geschmolzen ist. Das Schwarze Meer - aus dem Süßwassersee ist ein Salzwassermeer geworden. Ich meine, dass das genau die biblische Sintflut war.