WINDKRAFTANLAGEN

Das große grüne Schweigen beim Mindestabstand

1000 Meter Abstand von Windkraftanlagen zu Siedlungen – das ist den Grünen zu viel. Wenn man allerdings konkret nachfragt, welcher Abstand ihnen lieber wäre, bricht das große Schweigen aus.
Natalie Meinert Natalie Meinert
Für viele Menschen ein Albtraum: zu nahe Windräder am eigenen Haus. Doch wie viel Abstand sollte es sein?
Für viele Menschen ein Albtraum: zu nahe Windräder am eigenen Haus. Doch wie viel Abstand sollte es sein? Ingo Wagner
Berlin.

1000 Meter? Viel zu viel. Die Grünen reagierten vor zwei Wochen empört auf die geplante Mindestabstandregel der Bundesregierung für Windkraftanlagen. Die Grünen im Bund, aber auch die Länder-Umweltminister lehnten die Vorlage von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) einstimmig ab. Der 1000-Meter-Abstand zerschieße den Plan, das Ökostrom-Ziel der Bundesregierung für 2030 zu erreichen. Doch wie viele Meter Mindestabstand sollen es stattdessen sein?

Der Grüne Kosmos schweigt auf konkrete Frage

Der Nordkurier schickte diese relativ einfache Frage am 15. November an die Pressestelle der Grünen im Bund. Ebenso ging die Frage schriftlich an Niklas Nienaß, Europaabgeordneter der Grünen aus MV, an die Grünen vom Landesverband Brandenburg und die Grünen vom Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte. Selbst nach zwei Wochen Wartezeit – keine Antwort von den Adressaten.

Nur die ebenfalls angefragten Grünen in Mecklenburg-Vorpommern reagierten auf die Anfrage des Nordkurier, allerdings beantworteten sie die Frage nach einem Mindestabstand, der ihren Vorstellungen entsprechen würde, nicht konkret. Allgemein hieß es: „Wir lehnen die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums ab, einen starren Mindestabstand von Windkraftanlagen von 1000 Metern zu Wohnsiedlungen einzuführen”, schrieb Claudia Schulz, Landesvorsitzende der Partei.

Grünen MV stehen für weiterhin 1000 Meter Mindestabstand im Nordosten

Die Grünen MV stünden für den Erhalt der jetzigen Abstandsregelungen in Mecklenburg-Vorpommern, so heißt es in der Antwort. Diese Forderung würde im Nordosten jedoch nicht viel ändern: Laut den aktuell gültigen Vorgaben müssen Windräder in MV einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Siedlungen und 800 Metern zu Einzelgehöften habe.

Weiter schreibt Claudia Schulz: „Wir wollen, dass die Gemeinden weiterhin Handlungsspielräume haben, um Windkraft im Einvernehmen mit den Anwohnern und unter Einhaltung des Lärmschutzes und aller weiteren immissionsrechtlichen Regelungen auszubauen und von den Windenergieerträgen dann auch als Gemeinde zu profitieren.”

Diese Möglichkeiten sind allerdings auch ausdrücklich im so heftig attackierten Altmaier-Entwurf enthalten.

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Kommentare (2)

Dagegen sein ist einfach, so lange man in der Opposition ist, bzw nicht Mitglied der regierenden Koalition.
Aber dass es nicht einmal eine klare Aussage zum eigenen Gegenvorschlag der Grünen gibt, spricht eindeutig für deren Angst vor dem Wähler.
Danke an den Nordkurier, dass diese Anfrage an die Grünen gestellt wurde. Die Antwort, bzw. nicht erfolgte Antwort, gibt einen tiefen Einblick.

.... würde bei jedem "Grünen Abgeordneten" ein Windrad vor die Tür setzten- ohne Mindestabstand- versteht sich. Vielleicht bewegen sie sich dann. Meckern kann jeder.