KOMMENTAR

Der Tag, an dem Angela Merkel nicht Bruce Willis war

Unzählige Menschen beteiligten sich am Freitag an den Fridays-for-Future-Demos. Angela Merkel stellte ein Klimapaket vor. Viel heiße Luft, meint unser Autor Jürgen Mladek. Und sieht dennoch Positives.
Jürgen Mladek Jürgen Mladek
Überall in der Welt gingen am Freitag Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße.
Überall in der Welt gingen am Freitag Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße. Adrian Manzol
Schulstreik-Initiatorin Greta Thunberg demonstrierte in New York.
Schulstreik-Initiatorin Greta Thunberg demonstrierte in New York. Eduardo Munoz Alvarez
Bilder, die an eine Apokalypse denken lassen?
Bilder, die an eine Apokalypse denken lassen? Benoit Doppagne
Neubrandenburg.

Einem erfahrenen Apokalyptiker kamen die Bilder am Freitag seltsam bekannt vor: Auf den großen Straßen und Plätzen rund um den ganzen Globus fanden sich im Angesicht einer unmittelbar bevorstehenden existenziellen Katastrophe die Menschen angstvoll zusammen, geleitet von der verzweifelten Hoffnung, dass man durch Mut und Tatkraft das scheinbar Unabwendbare doch noch aufhalten kann.

Und auch sonst war alles wie im Katastrophenfilm: Eine Krisensitzung im Kanzleramt, die nicht mehr und nicht weniger als eine „Herkulesaufgabe“ (O-Ton Merkel) oder wahlweise „nationale Kraftanstrengung“ (wieder Merkel) in Angriff nehmen sollte, um den gerade entdeckten Killerkometen, der da auf die Erde zurast, irgendwie aufzuhalten. Die ganze Nacht wurden kühne Optionen geprüft, verworfen, noch mal geprüft, im Detail verfeinert und wieder verworfen, um dann einen noch kühneren Plan zu entwickeln.

Ach so, streichen Sie das mit dem Killerkometen, es ging vielleicht doch nur um den seit Jahrzehnten beklagten Klimawandel und dessen vom Menschen beeinflusste Komponente, aber wozu man dann nächtliche Marathon-Krisensitzungen braucht, jedenfalls kommt dann Bruce Willis, dargestellt von Angela Merkel, und verkündet in einer dramatischen Pressekonferenz heroische Anstrengungen, um das ganze Schlamassel mit der Auslöschung aller Lebensgrundlagen und dem üblichen Apokalypse-Kram noch zu verhindern. Der Plan, der große Plan ist in der Welt, und dann brandet Jubel auf bei den Massen auf den Straßen, erst in Berlin, dann in Hamburg, und endlich auch in Templin und Neubrandenburg und weiter um die ganze Welt pflanzt sich Hoffnung in jedes Herz, dass es Deutschland, dass es dieser Großen Koalition gelingen möge, durch ihre unbedingte Entschlossenheit den Dingen eine Wendung zum Guten, Hehren und Schönen zu geben.

Es war aber dann doch nicht Bruce Willis, sondern wirklich die echte Angela Merkel, und deshalb feierten sie nicht auf den Straßen, sondern schimpften und fluchten und gingen enttäuscht nach Hause, denn der Plan, der große Plan, der war ihnen viel zu klein. Die Erhöhung der Spritpreise viel zu gering, keine Sofort-Verschrottung von SUVs, keine versenkten Kreuzfahrtschiffe, insgesamt überhaupt enttäuschend wenig Verbote. Man kann das maßvoll nennen, man kann das natürlich auch irgendwie pillepalle finden. Aber womöglich hat da im letzten Moment einfach nur jemand nachgerechnet und herausgefunden, dass alles, was zum Klimaschutz unternommen wird, ja auch bezahlt werden muss. Und es ist ja auch so schon teuer genug, was da für einen höchst fragwürdigen Temperatureffekt unternommen wird. Viele Milliarden für ein paar Hundertsel Grad, die Deutschland im günstigsten Fall beeinflussen kann. Am Ende also wieder im Wesentlichen viel heiße Luft. Bei der aufgeheizten Stimmung ist das aber schon positiv.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

Kommende Events in Neubrandenburg

zur Homepage

Kommentare (1)

Sie verstehen das falsch. Die FFF-Demos sollen hauptsächlich ablenken. Ablenken vor einer ausufernden Zuwandererkriminalität und der rasant steigenden Altersarmut. Auf die Weise wird verhindert das ein paar Eltern und Kinder auf die Straße gehen und fordern nicht, aufgeschlitzt zu werden.