Spritpreise

Diesel jetzt so teuer wie nie – wie schlimm wird es noch?

Noch nie hat Diesel an deutschen Zapfsäulen so viel gekostet wie in diesen Tagen. Auch Benzin ist teuer wie selten zuvor. Und die bange Frage lautet: Wo ist das Ende der Preissteigerung?
dpa
An dieser Tankstelle in Trier kostete der Diesel am Montagmorgen 1,639 Euro.
An dieser Tankstelle in Trier kostete der Diesel am Montagmorgen 1,639 Euro. Harald Tittel
München

Der ADAC hat am Montag verkündet: Diesel ist an Tankstellen in Deutschland so teuer wie noch nie. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags lag der Preis laut ADAC bei 1,555 Euro pro Liter. In Schwerin kostete der Liter Diesel am Montagmorgen sogar flächendeckend mehr als 1,60 Euro.

Auch Super-Preis steuert auf einen Höchststand zu

Die Preise, die der ADAC ermittelt hat, übertreffen den bisherigen Rekord von 1,554 Euro pro Liter vom 26. August 2012 . Auch Benzin nähert sich dem Höchststand. Super der Sorte E10 lag am Sonntag bei 1,667 Euro pro Liter. Damit fehlen nur noch 4,2 Cent zum Rekord von 1,709 Euro am 13. September 2012.

Die Spritpreise steigen seit Monaten. Treiber ist vor allem der nach dem Corona-Einbruch des vergangenen Jahres gestiegene Ölpreis, der am Montag mehrjährige Höchststände erreichte. Aber auch die seit 1. Januar 2021 geltende neue CO2-Abgabe erhöht die Preise. Und das schlimmste ist: Kenner des Ölmarkts machen sich vor den Wintermonaten Sorgen um ein dauerhaft zu geringes Angebot. Die für Europa wichtige Nordseesorte Brent war am Montag zeitweise so teuer wie seit drei Jahren nicht mehr.

Ohne CO2-Abgabe wäre der Diesel 6 bis 8 Cent billiger

Beim Diesel wird der Anstieg zudem durch die herbsttypische hohe Nachfrage nach Heizöl verstärkt. Seit Jahresbeginn sorgt der Kohlendioxid-Preis von 25 Euro pro Tonne für einen zusätzlichen Aufschlag von rund 6 bis 8 Cent je Liter. Besonders drastisch ist die Entwicklung, wenn man sie mit dem Vorjahr vergleicht. Damals hatten Öl- und Spritpreise durch die Corona-Krise Tiefstände erreicht, bevor Anfang November 2020 die Trendwende kam.

Der Preisspirale ruft auch die Politik auf den Plan. Zuletzt forderte der scheidende Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) für den Fall weiter stark steigender Energie- und Kraftstoffpreise kurzfristig wirksame Gegenmaßnahmen vorzubereiten. Ein großer Teil des Kraftstoffpreises an der Zapfsäule sind Steuern und Abgaben. Bei Diesel sind das auf dem aktuellen Preisniveau etwa 25 Cent Mehrwertsteuer, gut 47 Cent Mineralölsteuer und die 6 bis 8 Cent aus dem Kohlendioxid-Preis.

ADAC will, dass jetzt wenigstens der CO2-Preis nicht weiter steigt

Der ADAC warnt im Zusammenhang mit den immer weiter steigenden Spritpreisen davor, die Bevölkerung zu überfordern. „Ich hoffe – und gehe angesichts der aktuellen Spritpreissteigerung davon aus, dass ein noch schneller ansteigender CO2-Preis vom Tisch ist“, sagte ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand in Richtung der Koalitionsgespräche von SPD, Grünen und FDP. „Die Verhandlungsparteien müssen auch an jene Menschen denken, die bisher keine Alternative zum fossil angetriebenen Pkw haben.“ Besonders Menschen auf dem Land, die lange Wege zur Arbeit zurücklegten, müssten mit der Entfernungspauschale entlastet werden.

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