TANKSTELLEN

Diesel mehr als 1,50 Euro – bleibt das jetzt so?

Benzin und Diesel sind an deutschen Tankstellen derzeit so teuer wie lange nicht. Der Diesel-Preis reißt nun sogar flächendeckend die Marke von 1,50 Euro.
An den Zapfsäulen in Neubrandenburg - hier die Tankstellen Aral und Total in der Oststadt - kostete der Diesel am Montagmorgen mehr als 1,50 Euro.
An den Zapfsäulen in Neubrandenburg - hier die Tankstellen Aral und Total in der Oststadt - kostete der Diesel am Montagmorgen mehr als 1,50 Euro. Felix Gadewolz
Neubrandenburg ·

Es ist noch keine zwei Jahre her, da kostete der Diesel an deutschen Zapfsäulen weniger als einen Euro – im Frühjahr 2020 nämlich, als der erste Corona-Lockdown für Turbulenzen an den Rohstoffmärkten sorgte. Inzwischen kann davon keine Rede mehr sein: Schon seit vielen Monaten klettern die Preise kontinuierlich, in den vergangenen Wochen hat sich die Entwicklung beschleunigt. Auch in der MV-Landespolitik sorgte das Thema bereits für Wirbel.

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Opec will Fördermenge nicht erhöhen

Mit der Konsequenz, dass seit dem Wochenende der Preis für Diesel im Nordosten Deutschlands flächendeckend über 1,50 Euro liegt. Auch Superbenzin war am Montagvormittag mit circa 1,65 Euro für Liter E10 bzw. rund 1,70 Euro für den Liter „klassisches” Super E5 teuer wie lange nicht.

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Und das schlimmste ist: Es sieht nicht danach aus, als würde sich der Trend in den kommenden Wochen und Monaten grundsätzlich umkehren. Zwar ist es möglich, dass die Preise in den kommenden Tagen wieder etwas fallen. Aber: Grundsätzlich sieht es nicht nach einer Trendumkehr aus – unter anderem, weil das mächtige Kartell Opec+ vorige Woche mitgeteilt hätte, die Fördermengen trotz hoher Nachfrage nicht zu erhöhen.

Höchste Ölpreise seit etwa drei Jahren

Es bleibt also erwartbar knapp auf dem Ölmarkt – sodass sich der Höhenflug der Preise in den vergangenen Tagen fortsetzte. An diesem Montag erreichten sowohl Nordseeöl aus auch US-Erdöl mehrjährige Höchststände. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 83,66 US-Dollar. Das waren 1,27 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,53 Dollar auf 80,88 Dollar.

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Derzeit kostetet Brent-Rohöl so viel wie seit etwa drei Jahren nicht mehr. Der US-Ölpreis notiert sogar auf dem höchsten Niveau seit sieben Jahren. Ausschlaggebend bleibt die angespannte Versorgungslage im Energiesektor, nicht nur am Ölmarkt. Weil die Preise für Gas und Kohle in den vergangenen Monaten stark gestiegen sind, kommt Öl als Alternative zunehmend in Betracht. Das treibt die Erdölpreise ebenfalls stark an.

Hoher Preis hängt auch mit neuer CO2-Abgabe zusammen

Dass die Preise an den deutschen Tankstellen sogar noch höher sind, als beim letzten Ölpreis-Höchststand vor drei Jahren, hängt auch mit den gestiegenen Abgaben auf Treibstoffe zusammen: Seit Anfang 2021 werden an den Zapfsäulen einige Cent mehr pro Liter fällig, weil die Bundesregierung eine neue CO2-Abgabe eingeführt hat. Die Preissteigerung dürfte vielen Verbrauchern erst jetzt so richtig auffallen, weil die Benzin- und Diesel bei der Einführung der neuen Abgabe allgemein relativ niedrig waren.

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Kommentare (7)

Das nennt man freie Marktwirtschaft. Dazu gehört dann auch die Fördermenge nach Belieben bestimmen zu können.

Wenn Du den Liter für 1,60 nicht haben willst, dann nimmt ihn halt wer anders.
Los werd ich das Zeug sowieso und die Lager sind proppevoll. Wer sollte es mir verbieten die CO2-Steuer über die Marge an den Kunden weiterzureichen und Warum? Sind ja nicht bei den Kommunisten hier, WO ich alles teilen muss, nur weil Du aufs falsche Pferd gesetzt hast.

als die Regierung Merkel und SPD den CO2 Preis festgelegt haben. Und bei 1,50€ bleibt es ja nicht, denn im Januar wird weiter erhöht(Turnusmäßig). Scheinbar haben viele der Wähler nicht die Wahlprogramme studiert, sondern nur nach ZDF und ARD Meinung geurteilt, obwohl die ja ihre Einkommen schön mit neuen Gebührenerhöhungen ausgleichen können, der Otto Normalverbraucher kann das wohl nicht so machen. Also liebe Leute Gewählt ist gewählt, die frage ist nur ob die Preiserhöhungen in dem Selben Tempo weiter gehen oder ob unsere neue Regierung das Tempo noch ein wenig erhöhen wird. Ich Schätze im Mai 2.10€ für den Liter Diesel und im August Neuwahlen ;O)

Wer auf sein Auto angewiesen ist und vielleicht täglich zur Arbeit pendeln muss, für den ist es bitter und dann die steigenden Energie und Heizkosten. Man kann den Euro nur einmal ausgeben und deshalb werden immer weniger Menschen Geld für andere Dinge ausgeben, wie Kleidung oder kulturelle Dinge. Das wird sich dann auf dem kompletten Einzelhandel auswirken, die Nachfrage geht nach unten und Arbeitsplätze verloren.

... war am Sonntag in Chomotov tanken und habe 1,19€ für Diesel bezahlt. Preistreiber ist unter anderem der Staat. Oder meind jemand, die Tschechen haben was zu verschenken?

... einem Preis von 1,60 € sind 99 Cent Steuern. Quelle: hart aber fair v. 11.10.21 ARD

Ja, was denn sonst, liebe Grünschreiberlinge.
Das jubelt ihr doch seit Monaten, Jahren gar, hoch. Wegen Klimaschutz oder sonstwas für Quark.
Wenn die eigene Ideologie auf die Realität trifft - ist das nicht zum piepen?

CDU und SPD haben die Klimasteuer (CO2-Steuer) beschlossen.
Den Grünen ging es sogar nicht weit genug, wollten die noch höher.
Ab Januar wird es noch teurer. Die Bahn und Speditionen und Fuhrunternehmen die alles transportieren, werden das an die Kunden auch weitergeben müssen.
Klartext: ALLES wird deutlich teurer. Nicht nur Benzin oder Diesel, auch sämtliche Verbraucherprodukte, sowie Strom, Gas, Heizmaterial u.s.w..
Aber freut euch, ihr habt es so gewollt mit eurer Wahl im September.
Daher kein Mitleid!