STRATEGIEKONGRESS DER LINKEN

„Das eine Prozent der Reichen erschießen”

Die reichsten Menschen im Land einfach erschießen: Auf einem Kongress wollte die Linkspartei Strategien für die Zukunft finden, verbale Entgleisungen inklusive. Parteichef Riexinger griff nur zögerlich ein.
Auf einem Kongress der Linken in Kassel sagte eine Frau im Publikum: „Nach einer Revolution, wenn wir das ein Prozent de
Auf einem Kongress der Linken in Kassel sagte eine Frau im Publikum: „Nach einer Revolution, wenn wir das ein Prozent der Reichen erschossen haben.” Instagram
Berlin.

Ist die Linkspartei regierungsfähig? Will sie das überhaupt? Um Fragen wie diese ging es am vergangenen Wochenende bei einem „Strategiekongress” der Partei in Kassel.

Was die Aufgabe der Abgeordneten im Bundestag sein soll, darüber scheint es in der Partei unterschiedliche Ansichten zu geben. Die Abgeordneten sollten „Staatsknete aus dem Parlament abgreifen” und „Informationen aus dem Staatsapparat den Bewegungen zuspielen”, sagte etwa ein Mann, der sich zu den antikapitalistischen Linken zählt, vor Ort einer Reporterin der „Zeit”. Das Parlament sollten sie als Bühne für sich nutzen.

Weitreichendere Pläne unter den Anhängern der Partei wurden während einer Podiumsdiskussion deutlich. In einem Redebeitrag wollte sich eine Frau im Publikum eigentlich zur Klimapolitik äußern. Eine Energiewende sei nötig, sagte sie, schob aber hinterher: „Nach einer Revolution, wenn wir das eine Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen. Wir wollen uns fortbewegen.” Im Publikum gab es da kurzes, höhnisches Gelächter aber keine weitere Reaktion.

Bernd Riexinger: "Kommentar war inakzeptabel"

Bernd Riexinger, Vorsitzender der Linken, saß auf der Bühne, und sagte dazu lediglich lakonisch: „Wir erschießen sie nicht, wir setzen sie schon für nützliche Arbeit ein.” Mehr fiel ihm offenbar in diesem Moment nicht als Antwort auf diese Entgleisung ein. Später schien er dies zu bedauern und schrieb auf Twitter: „Der Kommentar der Genossin war unakzeptabel, wenn auch erkennbar ironisch. Meine Reaktion darauf hätte sehr viel unmissverständlicher sein müssen.”

Riexinger schrieb dies am Dienstag nach dem Kongress als Antwort auf einen Tweet des Bild-Reporters Ralf Schuler. Der hatte zuvor ein einminütiges Video des Vorfalls auf Instagram veröffentlicht. „Ich finde es sehr tröstlich, dass der Parteichef der Linken die Erschießung der Reichen in gemeinnützige Arbeit umwandelt. Daran erkennt man doch den humanen Kompass der Linkspartei”, kommentierte Schuler.

Bodo Ramelow, der am Mittwoch wieder zur Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen antreten will, kommentierte auf Twitter mit deutlicheren Worten: „Wer Menschen erschiessen will und von einer Revolution mit oder durch Gewalt schwadroniert hat mit meinem Wertekanon nichts gemein. So eine Aussage auf einer Konferenz meiner Partei ist inakzeptabel und hätte nie lächelnd übergangen werden dürfen!"

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Kommentare (4)

Ja ja die Linke,
genau aus den Gründen mit solchen Aussagen wird die Partei leider nie aus der Randgruppe heraus tretten.
Sie haben so viele gute und Sinnvolle Ideen, aber mit sochen Sachen machten sie sich alles wieder zur Nichte.
Der einzige beste Mann dort ist nur noch im hintergrund, Gregor Gysi, einer der schlausten Köpfe im Land, leider in der falschen Partei.

Linke so wird das nix, nun bin ich nicht Wähler geworden.

Was passiert denn wenn ihr die Reichsten im Lande erschossen habt?
Die haben auch Erben die dann die Reichsten im Land sind.
Auch erschießen?
Was ein Schwachsinn.

... der Duldung dieser Aussage" Reiche zu ..." hat die Linke erneut ihr wahres Gesicht gezeigt und sie Reden von Demokratie.

Wenn wir nach der Revolution die 1% der größten Carnivoren erschossen haben oder sie in Lagern Eier legen lassen, wird man immernoch keinen Sarkasmus verstehen wollen. So sind wir halt, die Veganer, weiß man doch.

Im Jahr 2015 sprach Beatrix von Storch (AfD) davon, notfalls auf Flüchtlinge an der Grenze zu schießen. In diesem Fall sollte auf die Armen geschossen werden, um den Reichtum der Reichen zu schützen.
Jetzt hat eine Frau von der Linken den Spieß einfach umgedreht. Das muss man jetzt auch aushalten, wenn man sich damals nicht oder kaum über die Gewalt-Fantasien der AfD geärgert hat.
Es gibt noch schlimmere Aussagen von der AfD:
"Wir [haben] das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen." (Alexander Gauland)
"Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet..." (Markus Frohnmeier, MdB Baden-Württemberg)