KOMMENTAR ZUR KOALITIONSKRISE

Es gibt nur einen Gewinner: die AfD

Unser Kommentator sieht in der aktuellen politischen Gemengelage in Deutschland rund um die Causa Maaßen vor allem Verlierer.
Andreas Becker Andreas Becker
"Er war’s!": Horst Seehofer (rechts, CSU), Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau, und Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz.
„Er war’s!”: Horst Seehofer (rechts, CSU), Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau, und Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz. Bernd Von Jutrczenka
Neubrandenburg.

Eine sich auf dem zersetzenden Selbstfindungstrip befindliche SPD, eine von negativen Umfragen getriebene und lärmende CSU, eine CDU, die nicht weiß, ob sie ihre Kanzlerin stützen oder stürzen soll und eine wild jagende AfD, auf die die Etablierten nur noch angstbesessen und reflexhaft reagieren – dazu ein Volk, das jeden Tag mehr merkt, dass in diesem Staat seit Jahren mächtig etwas schief läuft und das diffus nach einem Ventil sucht, um Druck abzulassen. Das ist die gesellschafts- und politische Gefechtslage, unter deren Pulverdampf die Große Koalition von einer Krise in die nächste taumelt.

Vieles erscheint in diesen Stunden und Tagen möglich, nur eines gilt derzeit als sicher: Ruhiges Regieren gibt es erst mal nicht. Egal, wie am Ende die Personalie Maaßen entschieden wird – keiner der Beteiligten wird aus dem seit Wochen schwelenden Streit als Sieger hervortreten.

Es wimmelt nur so von Verlierern: Hans-Georg Maaßen wird wohl seinen Job verlieren, Horst Seehofer ist in Berlin und München nur noch geduldetes Auslaufmodell, Angela Merkel schleppt sich durch den tumben und schwer erträglichen Spätherbst ihrer Kanzlerschaft, die CSU steht bei der Landtagswahl in Bayern vor einer historischen Schlappe und die SPD reibt sich seit einer gefühlten Ewigkeit in diversen GroKos auf, die an der Parteibasis keiner will.

Einen Gewinner allerdings gibt es, die AfD nämlich, obwohl genau das alle verhindern wollen. Verrückt!

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Kommentare (1)

Das Problem ist, dass der Euro nichts wert ist. Man bekommt dafür keine Zinsen. Das Geld vermehrt sich unterm Kopfkissen in der selben Höhe wie auf der Bank - nämlich gar nicht. Das Geld in Aktien zu stecken ist wie Lotto: vielleicht kriegt man was oder auch nicht. Der nächste und heftigere Börsencrash sitzt bereits in den Startlöchern. Es spielt keine Rolle ob CDU oder AfD irgendwas "regieren". Solange Nullzinspolitik herrscht und niemand den Zusammenhang erkennt, werden die Europäer weiter um die Nullzinspolitik Ringelreihn tanzen.