TIERSCHUTZPARTEI

EU-Parlamentarier Buschmann war vier Jahre NPD-Mitglied

Das MEP Martin Buschmann (Tierschutzpartei) hat seine frühere Mitgliedschaft in der rechtsextremen NPD verschwiegen. Die Tierschutzpartei berät jetzt, wie sie mit der Enthüllung umgeht.
Der EU-Parlamentarier Martin Buschmann (Tierschutzpartei) war vier Jahre in der NPD.
Der EU-Parlamentarier Martin Buschmann (Tierschutzpartei) war vier Jahre in der NPD. Emilie Gomez
Auf seinem offiziellen Facebook-Profil distanziert sich EU-Politiker Martin Buschmann (Tierschutzpartei) von seiner NPD-Vergan
Auf seinem offiziellen Facebook-Profil distanziert sich EU-Politiker Martin Buschmann (Tierschutzpartei) von seiner NPD-Vergangenheit. Facebook Screenshot
Brüssel.

Der EU-Parlamentarier Martin Buschmann (Tierschutzpartei) ist von 1992 bis 1996 Mitglied der rechtsextremen NPD gewesen. Das hat die niedersächsische Zeitung Wochenblatt am Sonntag enthüllt. Der Vorstand der Tierschutzpartei berät nun hektisch, wie mit dieser Enthüllung umgegangen werden soll.

Martin Buschmann ist nicht nur NPD-Mitglied gewesen, sondern ist sogar laut Wochenblatt 1993 zum Kreisvorsitzenden des Kreisverbandes Harburg-Land gewählt worden. In der gleichen Zeit hatte er auch das Amt des Landesschatzmeisters der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten” (JN).

Buschmann bestritt Vorwürfe zunächst, ruderte dann aber zurück

Auf Anfrage des Wochenblatts bestritt der Politiker die Vorwürfe zunächst und schickte ein Schreiben seines Anwalts. Dieser schrieb, dass sein Mandant nie für die NPD aktiv gewesen sei.

In einer offiziellen Stellungnahme am Sonntag auf seinem Facebook-Profil hat Martin Buschmann die Anschuldigungen schließlich bestätigt. Darin schreibt er, dass sein NPD-Eintritt „persönlicher und nicht politischer Natur war”. Er habe sich in eine Frau verliebt, die ebenfalls Mitglied gewesen sei.

Er sei zwar Mitglied gewesen, jedoch kein aktives. Er habe dem Parteivorstand nichts von seiner brisanten Vergangheit erzählt, weil er „niemanden belasten” wolle. Nun lebe er in einem multikulturellen Umfeld und „lebe und liebe unsere offene, demokratische Gesellschaft”.

Tierschutzpartei berät gestresst über weiteres Vorgehen

Buschmann, der aus dem niedersächsischen Neu Wulmstorf bei Hamburg stammt, wurde bei den Europawahlen 2019 ins EU-Parlament gewählt und gehört dort der Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken an. Seit 2009 ist er Mitglied in der Tierschutzpartei.

Einer seiner Mitarbeiter im EU-Parlament ist der Greifswalder Robert Gabel. „Ich habe ungefähr zeitgleich mit dem Erscheinen des Artikels im Wochenblatt von seiner Vergangenheit erfahren”, sagte er dem Nordkurier auf Anfrage. Sowohl Gabel als auch die Pressesprecherin der Tierschutzpartei erklärten dem Nordkurier am Montag, dass sich die Partei aktuell beriete, wie mit der Enthüllung von Buschmanns rechtsextremer Vergangenheit umgegangen werde. „Ich kann und werde Ihnen nicht beantworten, wie lange das dauern wird”, so die Pressesprecherin kurz.

EU-Parlamentarier schießt regelmäßig gegen AfD

Der EU-Abgeordnete ist nicht der erste Tierschutzpartei-Funktionär mit einer rechtsradikalen Vergangenheit. Der langjährige Bundesgeschäftsführer Jan Zobel war ebenfalls bei den JN. Anders als sein Kollege ging Zobel transparent um. Er schrieb sogar ein Buch über seine Zeit bei den Neonazis.

Besonders pikant: Buschmann betreibt die Facebook-Seite „MUT gegen rechts”, die sich unter anderem regelmäßig gegen die AfD wendet. Bei der rechtspopulistischen Partei steht eine frühere NPD-Mitgliedschaft auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste.

Aktualisierung (27.01.20; 17.45 Uhr): Im siebten Absatz wurde eine Aussage Gabels' präzisiert.

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