Kampf gegen den Müll

:

EU will Strohhalme und Geschirr aus Kunststoff verbieten

Wird der EU-Vorschlag zum Gesetz, sind Plastestrohhalme Geschichte.
Wird der EU-Vorschlag zum Gesetz, sind Plastestrohhalme Geschichte.
Gregor Fischer

Plastebesteck und Wattestäbchen aus Kunststoff sollen verboten werden, wenn es gute Alternativen gibt. Der Vorschlag der EU geht allerdings noch weiter.

Die EU-Kommission will nach einem Medienbericht ein Verbot von Einweggeschirr aus Plastik vorschlagen. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtete, soll so die Menge an Kunststoffabfällen verringert werden. Auch Strohhalme und Essstäbchen aus Plaste könnten demnach verboten werden. außerdem will EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger eine Steuer auf Plaste vorschlagen.

Ein Sprecher der EU-Kommission wollte den Bericht am Dienstag weder bestätigen noch dementieren. Er betonte lediglich, dass die Brüsseler Behörde ausschließlich ein Verbot solcher Produkte in Erwägung ziehe, für die es gute und preislich vergleichbare Alternativen gebe.

Warnhinweise auf Damenbinden

Zu den Produkten, die verboten werden sollen, zählt laut einem Bericht der WAZ nicht nur das gesamte Sortiment von Plastikbesteck einschließlich Essstäbchen oder Plastikteller, sondern auch die Plastik-Halterungen von Luftballons. Die Kommission erklärt, ein Verbot schlage sie nur für Produkte vor, bei denen es bereits leicht verfügbare Alternativen gebe.

Doch es geht nicht nur um Verbote. Deutlich eingeschränkt werden sollen Einwegverpackungen von Fast-Food-Herstellern. Die Firmen dürften vor allem finanzielle Einbußen erleiden, denn sie sollen die Kosten für die Müllentsorgung tragen und Umwelt-Aufklärungskampagnen finanzieren. Andere Produkte wie Damenbinden (Pads), Halterungen für Luftballons oder Haushaltstücher sollen „auffällige, deutlich lesbare und unauslöschliche“ Warnhinweise tragen.

Gebühr auf Plastetüten hat funktioniert

Das geplante EU-Verbot war im Februar angekündigt worden. Einige EU-Staaten arbeiten schon an entsprechenden nationalen Verboten. So will Großbritannien schon 2019 ernst machen mit einem Verbot von Plastikhalmen und anderen Wegwerf-Produkten aus Kunststoff. Noch in diesem Jahr solle mit Konsultationen dazu begonnen werden, hatte die britische Regierung am vergangenen Donnerstag erklärt. In Schottland ist eine ähnliche Maßnahme in Planung.

In Deutschland wird seit Juli 2016 bereits eine Gebühr auf Plastetüten erhoben. Das hat funktioniert, der Verbrauch dem Handelsverband Deutschland (HDE) zufolge im vergangenen Jahr von 5,6 Milliarden auf 3,6 Milliarden Stück gesunken. Demnach ist der Pro-Kopf-Konsum der Deutschen innerhalb eines Jahres von 68 auf 45 Tüten zurückgegangen.