"AUFBRUCH DEUTSCHER PATRIOTEN"

Ex-AfD-Mann Poggenburg tritt auch aus neuer Partei aus

Der ehemalige Landeschef der AfD Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, trat erst im Streit aus der AfD aus. In seiner neuen Partei hat er es auch nicht lange ausgehalten. Er kündigte ein neues Projekt an.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
Andre Poggenburg ist auch aus seiner neuen Partei „Aufbruch deutscher Patrioten” ausgetreten.
Andre Poggenburg ist auch aus seiner neuen Partei „Aufbruch deutscher Patrioten” ausgetreten. Sebastian Kahnert
Leipzig.

Der Vorsitzende der rechtspopulistischen Kleinstpartei Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland (ADPM), André Poggenburg, ist mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern der Partei, die er erst im Januar 2019 selbst gegründet hatte, zurückgetreten. Dies teilte die ADPM-Regionalgruppe Meißen auf ihrer Facebook-Präsenz in der Nacht auf Montag mit. Der Schatzmeister der Partei, Mirko Schüring, bestätigte die Information der „Leipziger Volkszeitung” am Montag. Neben Poggenburg trat auch sein Stellvertreter Egbert Ermer von allen Ämtern zurück.

Poggenburg und Ermer brachten am Sonntag auf dem ADPM-Parteitag einen Antrag ein, die Partei zum 31. August aufzulösen. Die Parteimitglieder sollten zukünftig lieber die AfD unterstützen. Der Antrag wurde von den Delegierten des Parteitages abgelehnt, sie hätten zudem „sehr deutlich” ihren „Unmut sowie die menschliche Enttäuschung zum Ausdruck gebracht”. Daraufhin seien der Parteichef und sein Stellvertreter mit sofortiger Wirkung von allen Parteiämtern zurückgetreten, anschließend erfolgte laut Mirko Schüring auch der Parteiaustritt. Nach Angaben der ADPM hätten Poggenburg und Ermer „Nachfragen zu den Beweggründen ihres Sinneswandels (...) nur sehr ungenügend beantwortet”.

Am Montagnachmittag äußerte sich Poggenburg selbst zu seinem Rücktritt. „Bei den anstehenden Landtagswahlen in Mitteldeutschland (...) handelt es sich um historisch bedeutsame Wahlen, die einen Schwenk vom Linksruck der letzten Jahrzehnte (...) einleiten können“, so Poggenburg. Zu diesem Zweck müssten möglichst viele Wähler aus dem bürgerlich-konservativen Lager ihre Stimmen Parteien schenken, die eine realistische Chance hätten, die Fünfprozenthürde zu überwinden. Daher hätten Parteichef Poggenburg und sein Stellvertreter Ermer auf dem Parteitag den Antrag gestellt, die Partei aufzulösen und zur Wahl der AfD aufzurufen. Dies hätten die Antragsteller als ihre „patriotische Pflicht“ betrachtet. Eine Ablehnung des Antrags durch die Parteitagsdelegierten könnten die beiden Parteichefs „menschlich verstehen und respektieren, aber rational nicht mit ihrem Namen vertreten“, so Poggenburg am Montag. Er wolle daher gemeinsam mit Ermer „die Partei verlassen und die politische Arbeit in einer überparteilichen, bundesweiten Bewegung fortsetzen, um patriotische Kräfte zu vereinen“.

Poggenburg war jahrelang Vorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt. Ihm drohte aufgrund von menschenverachtenden Äußerungen zwischenzeitlich der Rauswurf. Auf dem politischen Aschermittwoch der AfD im Jahr 2018 hatte Poggenburg Türken als "Kameltreiber", "Kümmelhändler" und "vaterlandsloses Gesindel" beschimpft. Im Streit verließ er dann selbst die Partei und gründete gemeinsam mit einigen Mitstreitern die ADPM.

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