Hans-Lothar Domröse (69) war 2000 bis 2004 Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41, deren Verbände auch in Torgelow
Hans-Lothar Domröse (69) war 2000 bis 2004 Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41, deren Verbände auch in Torgelow und Neubrandenburg stationiert sind. ZIPI
Die Ukrainer „brauchen Panzerschutz, wenn sie nach vorne gehen”, so Hans-Lothar Domröse
Die Ukrainer „brauchen Panzerschutz, wenn sie nach vorne gehen”, so Hans-Lothar Domröse Philipp Schulze
Ukraine-Krieg

Ex-General – Ukraine muss deutsche Panzer bekommen

Der ehemalige Nato- und Bundeswehr-General Hans-Lothar Domröse kann den Streit in der Bundesregierung um die Lieferung von Marder und Leopard nicht nachvollziehen.
Neubrandenburg

Der ehemalige Nato- und Bundeswehr-General Hans-Lothar Domröse hat sich klar für die Lieferung von Panzern an die ukrainische Armee ausgesprochen. „Die Entscheidung der Lieferung von Marder und Leopard ist überfällig. Wir müssen mit der Albernheit aufhören, schwere Waffen und schwere Waffen zu vergleichen”, sagte er im Interview mit dem Nordkurier.

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Die Panzerhaubitze, der Raketenwerfer Lars und der Gepard, die bereits in die Ukraine geliefert wurden, seien allesamt schwere Waffen. „Und in diese Kategorie gehören auch Marder und Leopard.” Wer meine, Deutschland sollte keine Panzer liefern, um den Konflikt nicht zu eskalieren, werde den Ukrainern nicht gerecht.

Die ukrainischen Soldaten brauchen Panzerschutz

„Wenn die nach vorne gehen wollen, um sich ihr Land zurückzuholen, brauchen sie Panzerschutz”, stellte Domröse klar, der Anhnung von dem Thema hat. Der 69-Jährige war unter anderem von 2000 bis 2004 Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41, die ihre Einheiten unter anderem in Torgelow, Viereck bei Pasewalk und Neubrandenburg stationiert hat.

Es habe sich herausgestellt, dass die Industrie noch zwischen 50 und 100 Marder und eine gute zweistellige Zahl Leopard-Panzer überhabe. „Die müssen nur ein bisschen aufpoliert werden. Es wird höchste Zeit, die der Ukraine zu geben”, sagte Domröse.

Ukraine muss den Verhandlungszeitpunkt bestimmen

Die Panzer sollten nach einem Ende des Kriegs auch in der Ukraine verbleiben. „Selbst wenn es einen Waffenstillstand gibt, herrscht leider noch kein Frieden. Man muss dann doch wachsam an der Grenze stehen, damit Russland nicht erneut angreift.”

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Angesichts der insbesondere in Ostdeutschland immer wieder erhobenen Forderung an die Bundesregierung, auf Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine zu drängen, sagte Domröse, dass die Ukrainer den Zeitpunkt für Verhandlungen bestimmen müssten.

Keine klugen Ratschläge aus der „warmen Stube”

„Natürlich wird man irgendwann verhandeln müssen. Aber die Verhandlungen kann doch nicht Putin, der Aggressor, bestimmen. Und wir können hier aus der warmen Stube in Deutschland dem ukrainischen Präsidenten, der Tag für Tag Menschen verliert, der Häuser, Wirtschaft, die ganze Infrastruktur verliert, auch nicht vorschreiben, wann er aufgeben soll”, sagte Domröse.

Das gesamte Interview gibt es in der Nordkurier-Ausgabe vom 15.09.2022

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