EINHEITS-MEDIEN?

Ex-WDR-Intendant Pleitgen sieht die Meinungsvielfalt in Gefahr

Der frühere WDR-Intendant kritisiert seine Kollegen heftig: „Alle marschieren in eine Richtung, nicht selten im Einklang mit der vorherrschenden Meinung.”
dpa
Fritz Pleitgen (81)
Fritz Pleitgen (81) Oliver Berg
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Düsseldorf.

Der frühere Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Fritz Pleitgen, sieht die Meinungsvielfalt in den Medien bedroht. „Homogene Berichterstattung, wie wir sie bei Themen wie Griechenland, Lokführer-Streik, Russland, Brexit und auch Trump erlebt haben und erleben, ist der schleichende Tod der Demokratie“, sagte Pleitgen (81) dem „Handelsblatt“. Er beobachte das in vielen wichtigen Fragen. „Alle marschieren in eine Richtung, nicht selten im Einklang mit der vorherrschenden Meinung in der Politik.“ Das sei bedenklich. „Früher gab es mehr Richtungsstreit. Zum Beispiel bei der Ostpolitik. Da hatten wir klare Fronten.“

Um die Meinungsvielfalt zu bewahren, sei nicht zuletzt der öffentlich-rechtliche Rundfunk gefordert – den Pleitgen zugleich für zu gleichförmige Berichterstattung kritisierte: „Homogene Berichterstattung, wie wir sie bei Themen wie Griechenland, Lokführer-Streik, Russland, Brexit und auch Trump erlebt haben und erleben, ist der schleichende Tod der Demokratie.” Die Sender hätten mit dem Privileg des Rundfunkbeitrags die Möglichkeit, ihren Auftrag zu erfüllen: „Mit Sparankündigungen allein ist es allerdings nicht getan“, sagte Pleitgen mit Hinblick auf die Behauptungen der Rundfunk-Intendanten, das Geld reiche nicht: „Es kommt auf das Programm an. Darüber sollte mehr geredet und gestritten werden als über Geld. Mit den Mitteln aus den Rundfunkbeiträgen der Bürger behutsam umzugehen ist eine Selbstverständlichkeit.“

Pleitgen ist nicht der erste, der sich über mangelnde Meinungsvielfalt in Deutschland beklagt. Erst vor Kurzem hatte dies beispielsweise auch der frühere Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, im Interview mit dem Nordkurier getan.

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