Bisher ist die Grenze zwischen Finnland und Russland oft nur mit einfachen Zäunen gesichert.
Bisher ist die Grenze zwischen Finnland und Russland oft nur mit einfachen Zäunen gesichert. ALESSANDRO RAMPAZZO
Der Grenzübergang Svetogorsk
Der Grenzübergang Svetogorsk ALESSANDRO RAMPAZZO
Russland-NATO

Finnland will Zaun zu Russland bauen – russische Ostseeflotte plant Großmanöver

Finnland ist ein kleines Land, spielt aber eine wichtige Rolle als Nachbar Russlands. Neben der Nato-Mitgliedschaft will sich Helsinki nun weiter von Russland abgrenzen.
Neubrandenburg

Finnland will angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine der Nato beitreten und hat nun Pläne für einen Grenzzaun zum direkten Nachbarn vorgestellt. 200 Kilometer soll er lang sein. „In dieser Situation haben wir alle Gründe, unsere Maßnahmen zu überdenken”, so Brigadegeneral Jari Tolppanen vom finnischen Grenzschutz, berichtet der Nachrichtensender n-tv. Obwohl die Grenze zu Russland in der Vergangenheit „gut funktioniert” habe, hätte der Krieg in der Ukraine die Sicherheitslage „grundlegend” geändert, so Tolppanen.

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200 Kilometer der insgesamt 1300 Kilometer langen Grenze sollen so gesichert werden, 380 Millionen Euro soll er kosten. Nach finnischen Angaben soll er drei Meter hoch sein und mit Nachtsichtgeräten ausgestattet werden.

Bisher ist Finnlands Grenze zu Russland meist nur von leichten Holzzäunen gesichert. Helsinki befürchtet aber offenbar, dass Russland ein ähnliches Szenario heraufbeschwören könnte wie Belarus an seiner Grenze zu Polen im Jahr 2021, als Migranten an die Grenze gebracht wurden, um Druck auf das Nato-Mitgliedsland Polen auszuüben.

Russland kündigt große Manöver an

Die russische Ostseeflotte bereitet zahlreiche große Militärübungen vor, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. „In der Winterausbildungszeit ist auf den Übungsplätzen der Baltischen Flotte die Durchführung einiger Dutzend Großmanöver auf verschiedenen Ebenen geplant – unter Einbeziehung von Panzer- und motorisierten Schützeneinheiten, Luftabwehr-, Funk-, Artillerie- und Aufklärungstrupps sowie der Luftwaffe der Flotte”, teilte der Pressedienst der Ostseeflotte am Samstag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Die Ostseeflotte liegt in der russischen Exklave Kaliningrad.

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Zur Ostseeflotte gehört seit 2016 mit der Bildung des 11. Armeekorps auch eine größere Heereseinheit. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass dieses Korps mit einer zusätzlichen motorisierten Schützendivision verstärkt worden ist. Russland hatte dies damals mit der Nato-Präsenz in der Region begründet, das war allerdings noch vor dem russischen Überfall auf das Nachbarland Ukraine.

 

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