Schlechte Straßen, schlechtes Internet

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Firmen beklagen Mängel der Infrastruktur in Deutschland

Für die heimische Tierwelt mögen Schlaglöcher – wie hier bei Jarmen – mitunter ein Gewinn sein, aber für Firmen und Private sind sie es gewiss nicht.
Für die heimische Tierwelt mögen Schlaglöcher – wie hier bei Jarmen – mitunter ein Gewinn sein, aber für Firmen und Private sind sie es gewiss nicht.
Stefan Hoeft

Einst waren gute Straßen, zuverlässige Bahn und sicheres Telefonnetz ein deutscher Standortvorteil. Heutzutage machen eher Mängel der Infrastruktur Schlagzeilen.

Eine wachsende Zahl deutscher Unternehmen klagt einer neuen Studie zufolge über schlechte Straßen, Funklöcher und langsame Internetverbindungen. Gut 68 Prozent von 2600 befragten Firmen sehen ihre Geschäfte durch Mängel der Infrastruktur beeinträchtigt, hat das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln in seiner Umfrage ermittelt. Das waren zehn Prozentpunkte mehr als fünf Jahre zuvor.

Die größten Probleme verursachen demnach Straßen und Kommunikationsnetze. Die Studie zeigt, dass in nahezu allen Bereichen die Unzufriedenheit deutlich gewachsen ist – lediglich die hohen Energiepreise besorgen die Firmen heute weniger als vor fünf Jahren.

Bauwirtschaft und Dienstleister betroffen

Allerdings sind die Probleme nicht überall gleich ausgeprägt. In den ostdeutschen Bundesländern, darunter auch Mecklenburg-Vorpommern, halten sich die Klagen über schlechte Straßen- und Schienenwege im Vergleich zu anderen Teilen des Landes zurück – dafür fluchen die Unternehmen hier vor allem über Funklöcher im Handynetz und schlechte Breitband-Internetverbindungen. Ein Drittel aller Firmen beklagt deswegen „deutliche Beeinträchtigungen“ der eigenen Arbeit. In den nordwestdeutschen Ländern werden diese Probleme als deutlich weniger belastend wahrgenommen.

„Insgesamt ist das aber ein ziemlich flächendeckendes Problem“, sagte Studien-Autor Thomas Puls. Am stärksten beeinträchtigt fühlen sich laut Studie die auf gute Straßen angewiesene Bauwirtschaft und die Dienstleistungsbranche. „Bei den Straßen gibt es die meisten Probleme auf kommunaler Ebene“, sagt Heiko Stiepelmann, Vize-Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie: „Im kommunalen Bereich hat sich der Investitionsstau in den vergangenen Jahren eher noch vergrößert.“

Viel Geld steht bereit

Der Bund hingegen unternehme große Anstrengungen, Bundesstraßen und Autobahnen zu modernisieren. „Das muss man anerkennen, das unterstützen wir sehr.“ Momentan aber tragen die Milliardeninvestitionen des Bundes in die Fernstraßen sogar zur schlechten Bewertung bei, wie aus der Studie hervorgeht. „Denn mehr Baustellen bedeuten zunächst einmal mehr Staus und betriebliche Beeinträchtigungen“, heißt es. Die Wissenschaftler sehen das Hauptproblem nicht in fehlendem Geld für den Straßenbau: Haupthindernisse sind laut Studie fehlendes qualifiziertes Personal in den Behörden und die Tücken des komplizierten Planungsrechts, das Baumaßnahmen verlangsamt.

Diese Situation gibt es auch in Mecklenburg-Vorpommern. Wie der haushaltspolitische Sprecher der CDU-Fraktion erst vorige Woche dem Nordkurier sagte, stünde vom Bund kurzfristig ein Milliardenbeitrag für den Ausbau von Bundesstraßen – etwa der B 96 zwischen Neubrandenburg, Neustrelitz und Oranienburg – zur Verfügung. Für alle diese Vorhaben seien aber bislang noch nicht einmal die Planungen abgeschlossen, klagt Rehberg – und das sei Ländersache: „Die Länder haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht.“ Diese Situation, ergänzte er, gelte aber nahezu in allen deutschen Bundesländern.

Kommentare (1)

Wie die Gelder auf der A-20 verbaut werden, haben wir doch prima gesehen. Eigentlich müssten diese Leute hinter Gitter. Bei den Kreisstraßen sieht es tatsächlich wie oben im Bild aus. Dafür scheint kein Geld mehr dazu sein, lediglich im Winterhalbjahr wird noch kräftig mit Streusalz gestreut, auch dann wenn die Straße überhaupt nicht glatt ist. Hauptsache die Kalisalz-Aktien gehen nach oben, damit die Spielsucht an der Frankfurter Börse befriedigt wird. Beim Internet zeigt sich auch ein neuer Trend ab, da wo die Telekom nicht investiert und andere Anbieter auftauchen (siehe Neustrelitz und anderswo), ist Geld plötzlich da und man baut sogar parallel gleich zwei Leitungen mit auf. Doch bei Glasfaser muss der Kunde noch ein Stromfressendes Modem dazukaufen, weil nicht kompatibel mit der guten alten Kupfer-Ring-Leitung. Und auch beim monatlichen Preis, wird es bei Glasfaser deutlich teurer. Auf noch mehr strahlende Funkmasten kann ich gern verzichten, dafür steigt die Krebsrate bei ausgebauten Funknetzen deutlich an. Der neue 5G LTE Standard wird dann die Krebsrate noch mehr nach oben treiben, weil der Körper diesen Elektrosmog nicht mehr verkraften tut. Darüber sprechen unsere Blödheinis in Politik und Medien überhaupt nicht.