ENTSCHEIDUNG AM FREITAG

Friedensnobelpreis für Angela Merkel?

Am Freitag wird der diesjährige Friedensnobelpreis vergeben. Glaubt man den Buchmachern, dann liegt Bundeskanzlerin Angela Merkel aussichtsreich im Rennen. Favorit ist aber jemand anderes.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehört zu den Favoriten auf den Gewinn des diesjährigen Friedensnobelpreises.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehört zu den Favoriten auf den Gewinn des diesjährigen Friedensnobelpreises. Stefan Sauer
Stockholm.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gehört laut Buchmachern zu den heimlichen Favoriten auf den Gewinn des diesjährigen Friedensnobelpreises. Mit einer Quote von 21 – bei einem Euro Einsatz werden 21 Euro ausgezahlt – liegt sie bei den Anbietern Unibet und 888sport auf Rang 4, bei Bwin rangiert sie mit derselben Quote auf Platz 6.

Doch Merkels Konkurrenz ist groß. Vor ihr finden sich bei allen Anbietern die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern und der äthiopische Präsident Abiy Ahmed wieder. Ardern hatte nach einem Terroranschlag auf eine Moschee in Christchurch ihre Solidarität mit Muslimen bekundet, indem sie die Opfer und Hinterbliebenen mit einem Kopftuch bekleidet besuchte. Für ihren Einsatz für die Völkerverständigung fand sie weltweit Anerkennung.

Abiy Ahmed, der Ministerpräsident von Äthiopien, hat nach vielen Jahren des Krieges ein Friedensabkommen mit Eritrea geschlossen und einen Reformprozess in Gang gesetzt. Ardern liegt mit einer 11er-Quote deutlich hinter Abiy Ahmed mit einer Quote von 3,5.

Topfavorit: Greta Thunberg

Absoluter Topfavorit auf den Friedensnobelpreis allerdings ist laut Buchmachern die Klimaaktivistin Greta Thunberg. Die Wettbüros zahlen bei einem Einsatz von einem Euro nur 1,40 Euro aus, wenn die Initiatorin der „Fridays for Future”-Bewegung gewinnen würde. Damit wäre sie die jüngste Preisträgerin aller Zeiten. Die bisher jüngste Gewinnerin des Friedensnobelpreises ist die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai, die zum Zeitpunkt der Preisverleihung im Jahr 2014 erst 17 Jahre alt war.

Während sich die Buchmacher also sicher sind, streiten Experten über die Frage, ob Thunberg die richtige Person ist. Der Friedensnobelpreis wird meistens für Leistungen vergeben, die bewaffnete Konflikte beenden oder ihre Wahrscheinlichkeit verringern. Wie eng der Klimawandel mit solchen Konflikten in Verbindung steht, ist unter Experten umstritten. Letztendlich könnte eine Entscheidung also an dieser eher technischen Frage hängen.

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Kommentare (1)

Greta Thunberg macht das Rennen! Und das völlig zu recht. Nur sie und ihr Schild mit der legendären Aufschrift vor dem Reichstag in Stockholm. Der Beginn von etwas ganz Großem. „Jeden Freitag werde ich draußen vor dem schwedischen Parlament sitzen, bis die Pariser Klimaziele erreicht sind“, sagte sie damals.