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Geliehenes Spielzeug aus dem Internet

"Meine Spielzeugkiste" -Mitarbeiterin Franziska Jäger packt Spielzeug in einen Versandkarton. Die Firma verleiht Spielzeug.
"Meine Spielzeugkiste" -Mitarbeiterin Franziska Jäger packt Spielzeug in einen Versandkarton. Die Firma verleiht Spielzeug.
Maurizio Gambarini

Warum teures Spielzeug kaufen, wenn auch tauschen oder mieten geht? Die Idee vom Besitz auf Zeit ist auch im Kinderzimmer angekommen.

Viele Eltern können ein Lied davon singen: Kaum zwei, drei Mal haben die Kinder mit dem neuen Puppenwagen oder der tollen Autorennbahn gespielt, da steht das Spielzeug schon in der Ecke und verstaubt. Mit jedem Weihnachtsfest und Geburtstag wächst und wächst der Spielzeugberg. Doch allmählich setzt ein Umdenken ein: Teilen und Tauschen statt Kaufen und Wegwerfen heißt die Devise, die mittlerweile auch im Kinderzimmer Einzug gehalten hat.

Geteilt, getauscht oder gemietet werden kann vieles übers Netz: Wohnungen und Autos oder Lebensmittel, Kleider, Kostüme, Werkzeug, Bücher - und eben auch Spielzeug. Angebote dafür halten Plattformen wie rentatoy.info, elternmarkt.de oder DieTauschbörse.de bereit.

Mancher Besitz bleibt aber

Trotzdem: So ganz aus der Mode kommen wird das Eigentum nicht, ist Andreas Steinle vom Frankfurter Zukunftsinstitut überzeugt. Wo Besitz belastet, verliere er zwar an Status. Ganz aktuell zeige sich aber, dass die Menschen bestimmte Dinge wie Immobilien durchaus sehr gerne besitzen möchten, sagt der Experte für Konsumtrends. „Ich glaube auch, dass Frauen sich durchaus weiter darüber freuen, wenn das Schmuckstück, dass man ihnen schenkt, nicht wieder zurückgeführt wird in den Kreislauf der Shareconomy, sondern sie den Ring dann auch behalten dürfen.“

Völlig Fremde können miteinander tauschen

Auch der Spaß am Kaufen dürfte den Menschen nicht so schnell vergehen, sondern allenfalls durch die neuen Angebote aus der Welt des Teilens und Tauschens ergänzt werden. Ohnehin sei das Gemeinschaftsprinzip in Wirtschaft und Gesellschaft alles andere als neu: Schon in frühen Dorfgemeinschaften lieh man sich Spathelf zufolge gegenseitig Werkzeug oder half bei anstehenden Arbeiten. Neu ist aber, dass dank des Internets auch Fremde miteinander ins Tauschgeschäft kommen können. Das verschaffe der alten Idee neuen Schwung und künftig eine wachsende wirtschaftliche Bedeutung, erwartet Steinle.