Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen haben Politiker und Fraktionen vor den Gefahren gewarnt, die im Zuge der Corona-Pandemie entstanden sind. „Jeden Tag in Deutschland versucht ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. Jeden dritten Tag gelingt es ihm”, schrieb Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bei Twitter. In der Pandemie nehme Gewalt gegen Frauen weltweit zu. „Es braucht uns alle, diese Verbrechen zu beenden”, sagte Maas.
Jeden Tag in Deutschland versucht ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. Jeden dritten Tag gelingt es ihm.
In der Pandemie nimmt Gewalt gegen Frauen zu - weltweit. Es braucht uns alle, diese Verbrechen zu beenden.#OrangeTheWorld #keinemehr #TaggegenGewaltanFrauen
— Heiko Maas 🇪🇺 (@HeikoMaas) November 25, 2020
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) schrieb, das Coronavirus fordere „alle heraus. Aber für viele Frauen verschärft sich ihre ohnehin schon schwierige Situation zu Hause”. Deshalb sei es „umso mehr unser aller Aufgabe, genau hinzuschauen und Betroffene zu ermutigen, Hilfe anzunehmen”. Es müsse ein „Klima in unserer Gesellschaft” geschaffen werden, „in dem Gewalt gegen Frauen nicht nur verurteilt wird, sondern Menschen sich aktiv gegen Gewalt einsetzen”. Auch die Bundestagsfraktion der Grünen und Linken äußerten sich beim Kurznachrichtendienst.
Corona fordert uns alle heraus. Aber für viele Frauen verschärft sich ihre ohnehin schon schwierige Situation zuhause. Es ist umso mehr unser aller Aufgabe genau hinzuschauen und Betroffene zu ermutigen, Hilfe anzunehmen. #TaggegenGewaltanFrauen #OrangeTheWorld #staerkeralsGewalt pic.twitter.com/5jDBi2lMAR
— Olaf Scholz (@OlafScholz) November 25, 2020
243 Millionen Fälle
Der jährliche Aktionstag geht auf die Vereinten Nationen zurück. Über einen Zeitraum von 16 Tagen (bis zum 10. Dezember 2020) soll verstärkt auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam gemacht werden. Schon vor der Pandemie wurden im vergangenen Jahr den UN zufolge 243 Millionen Fälle von häuslicher und/oder sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 49 Jahren gemeldet. Die Dunkelziffer ist deutlich höher.
„Allzu oft werden Frauen beleidigt, misshandelt, vergewaltigt, zur Prostitution gezwungen”, schrieb Papst Franziskus bei Twitter. „Wenn wir eine bessere Welt wollen, die ein Haus des Friedens und nicht Schauplatz für Krieg ist, müssen wir für die Würde jeder Frau viel mehr tun.”
Allzu oft werden Frauen beleidigt, misshandelt, vergewaltigt, zur Prostitution gezwungen … Wenn wir eine bessere Welt wollen, die ein Haus des Friedens und nicht Schauplatz für Krieg ist, müssen wir für die Würde jeder Frau viel mehr tun.
— Papst Franziskus (@Pontifex_de) November 25, 2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits am Samstag dazu aufgerufen, Gewalt gegen Frauen niemals hinzunehmen. „Jeder Einzelne ist aufgefordert, sich einzuschalten, wenn Gewalt droht oder gar geschieht”, sagte Merkel in ihrem wöchentlichen Podcast.