Giftige Substanz in Schnelltests: Der Einsatz an Schulen wurde gestoppt.
Giftige Substanz in Schnelltests: Der Einsatz an Schulen wurde gestoppt.
Triton X-100

Giftige Substanz in Corona-Schnelltests an Schulen

Schüler machten den Corona-Test arglos vor dem Unterricht, das Produkt soll auch an Kitas ausgegeben worden sein. Der Einsatz wurde gestoppt.
Hamburg

Eine giftige Substanz namens „Triton X-100” in Corona-Schnelltests hat zu Empörung und Besorgnis bei Eltern in Hamburg geführt. Knapp zwei Millionen Tests des koreanischen Herstellers SD Biosensor seien für Schulen und Kitas beschafft worden, berichtet die „Welt“. Die Hamburger Gesundheitsbehörde bestätigte, dass das Produkt eine giftige Substanz enthalte.

„Sehr giftig”, Einsatz wurde gestoppt

„Das ist aber nicht etwas, mit dem man physisch in Berührung kommt“, beschwichtigte Behördensprecher Martin Helfrich. Lediglich der Tupfer werde nach dem Entnehmen der Probe aus der Nase in die Flüssigkeit getaucht. Von dieser würden dann nur wenige Tropfen in die Testkassette gegeben. Der Test sei vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen – dennoch wurde sein Einsatz an Hamburger Schulen laut „Welt” bereits gestoppt.

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Die bestellten Exemplare seien in Hamburg an Schüler und Lehrer sowie an Kita-Personal ausgegeben worden. Laut „Welt” erklärt die Europäische Chemikalienagentur der EU zu Triton X-100, die Substanz sei „sehr giftig“ und könne „ernsthafte Augenverletzungen“ und „Hautirritationen hervorrufen“.

Kinder hantierten ohne Schutz

Der SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test wird von Roche Diagnostics vertrieben. Ein Sprecher der Hotline des Unternehmens sagte, auf dem Beipackzettel werde allgemein auf Gefahrenstoffe hingewiesen. Laut „Welt” werde im Beipackzettel auch darauf hingewiesen, dass bei der Durchführung des Tests „Handschuhe/Augenschutz/Schutzbrille“ zu tragen seien. An Hamburgs Schulen hätten Kinder diese Tests allerdings ohne jegliche Schutzmaßnahme angewandt, berichteten Elternvertreter der Zeitung. Sogar für Vorschüler sei der Test vorgesehen gewesen.

Schulbehörde: „Medizinisch unbedenklich”

„Die Schnelltests sind geprüft und gesundheitlich unbedenklich“, äußerte sich der Sprecher der Hamburger Schulbehörde, Peter Albrecht. Neben der Freigabe durch das Bundesamt hätten die an Schulen eingesetzten Tests eine vom Paul-Ehrlich-Institut zusätzlich durchgeführte Evaluierung bestanden. „Sie gelten damit als medizinisch unbedenklich“, erklärte Albrecht.

Trotzdem wurde der Einsatz der Tests an Schulen gestoppt – die direkte Belieferung aller Schulen der Hansestadt habe inzwischen ein anderer Hersteller übernommen. Der Schnelltest der Marke Roche werde ansonsten aber weiterhin in Hamburg verwandt.

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