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Große Corona-Studie in Deutschland geplant

In Deutschland ist offenbar eine groß angelegte Studie auf Corona-Antikörper in Arbeit. Wer immun ist, soll wieder ins Leben entlassen werden.
Wie lange sollen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Ausbreitung in Deutschland in Kraft bleiben?
Wie lange sollen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Ausbreitung in Deutschland in Kraft bleiben? Robert Michael
Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig soll eine Studie zur Ausbreitung des C
Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig soll eine Studie zur Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland leiten. Holger Hollemann
Berlin ·

Forscher wollen in einer Studie testen, wie viele Menschen in Deutschland schon Antikörper gegen das Coronavirus gebildet haben. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin „Spiegel”. Den Angaben zufolge wollen Wissenschaftler herausfinden, wie viele Menschen bundesweit nach einer Corona-Infektion bereits immun gegen das Virus sind. Das Projekt sei zwar noch nicht endgültig bewilligt, doch es bestünde die Hoffnung, schon ab April das Blut von mehr als 100.000 Probanden auf Antikörper gegen den Covid-19-Erreger untersuchen zu können. Der Test solle in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um das Fortschreiten der Pandemie zu überwachen.

Die Federführung des Projektes trägt laut Spiegel der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Beteiligt seien außerdem das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung, die Blutspendedienste, die NAKO-Gesundheitsstudie, das Robert Koch-Institut und das Institut für Virologie der Berliner Charité. Ziel ist es herausfinden, wie weit sich Sars-CoV-2 schon ausgebreitet hat und wie viele infizierte Menschen es tatsächlich tötet.

Entsteht eine Corona-Zweiklassen-Gesellschaft?

Die Ergebnisse der Untersuchungen könnten außerdem genutzt werden, um die Maßnahmen zur Verhinderung der Corona-Ausbreitung besser zu regulieren. „Den Immunen könnte man eine Art Impfpass ausstellen, der es ihnen zum Beispiel erlaubt, von Einschränkungen ihrer Tätigkeit ausgenommen zu werden”, sagt Epidemiologe Krause dem Spiegel. Welche gesellschaftlichen Folgen das hätte, ist derzeit nicht absehbar.

Es ist zu befürchten, dass in dem Fall eine Art Zweiklassen-Gesellschaft entsteht, in der viele vor allem junge Menschen das Virus bekommen wollen oder – von wirtschaftlichem Druck getrieben – bekommen müssen, um endlich wieder am sozialen Leben teilnehmen zu können. Die Forscher gehen davon aus, dass erste Resultate Ende April vorliegen. Die Ergebnisse der Studie sollen Hinweise darauf geben, wann Schulen wieder geöffnet und Großveranstaltungen erlaubt werden können.

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