Wie ein bockiges Kind: Bundeskanzler Olaf Scholz will nicht nach Kiew fahren.
Wie ein bockiges Kind: Bundeskanzler Olaf Scholz will nicht nach Kiew fahren. Michael Kappeler
Kommentar

Herr Scholz, Sie spielen doch noch nicht im Buddelkasten

Kanzler Scholz will nicht nach Kiew fahren. Damit handelt er alles andere als solidarisch gegenüber einem Volk, das sich im Verteidigungskrieg befindet, meint unser Kommentator.
Neubrandenburg

Kanzler Olaf Scholz tut sich und vor allem Deutschland keinen Gefallen, wenn er nicht nach Kiew fährt. Sicher, die Ausladung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier war ein Affront. Doch anstatt Größe und Toleranz zu beweisen, führt sich Scholz wie ein beleidigtes Kind auf, dem der Eimer im Buddelkasten weggenommen wurde und das jetzt nicht mehr mitspielen will.

Nicht jedes Wort auf die Goldwaage

Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass sich die Ukraine gegen einen Aggressor wehrt, der nicht nur Tausende Menschenleben auf dem Gewissen hat, sondern auch eine unabhängige Ukraine auslöschen will. Angesichts dessen ist es verständlich, dass ukrainische Repräsentanten alles tun für ihr Land. Deshalb sollte auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden, wie wir das vom bequemen Fernsehsessel aus gerne tun.

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Es kann doch nicht angehen, dass Selenskyj und Melnyk wegen ihrer Scharfzüngigkeit in der deutschen Bevölkerung fühlbar stärker in der Kritik stehen als der Kriegsverbrecher Putin. Mit seiner jetzigen Bockigkeit gegenüber der ukrainischen Führung hat Scholz solcherart Volksmeinung einen Bärendienst erwiesen. Und Putin darf sich wieder mal die Hände reiben.

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