Regierung nicht abgeneigt

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Wird der Alkohol bald teurer?

Der in Schottland eingeführte Mindestpreis für Alkohol könnte ein Vorbild für Deutschland sein.
Der in Schottland eingeführte Mindestpreis für Alkohol könnte ein Vorbild für Deutschland sein.
Monika Skolimowska

Erst Zuckersteuer, jetzt höhere Preise für Alkohol: Mit einem verpflichtenden Mindestpreis soll der Konsum der „Volksdroge” eingeschränkt werden. Aus Berlin kommt bereits Zuspruch.

Der in Schottland eingeführte Mindestpreis für Alkohol könnte nach Ansicht von Suchtexperten ein Vorbild für Deutschland sein – die Bundesregierung zeigt sich offen. „Wir können uns nicht zurücklehnen und abwarten, sondern müssen gemeinsam weiter nach passenden Lösungsansätzen für Deutschland suchen“, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), in einem Bericht der Funke-Mediengruppe. „Wenn wir wollen, dass in Deutschland weniger Menschen alkoholabhängig werden, weniger Jugendliche „Komasaufen“, dann ist nicht nur die Politik gefragt.“

Mortler sagte auch: „Billig-Alkoholika zum Discountpreis haben nichts mehr mit Genuss zu tun, sondern zielen auf Masse und animieren gerade Jüngere mit wenig Einkommen zum „Saufen“. Das Problem ist doch, dass Alkohol in unserer Gesellschaft viel zu allgegenwärtig, viel zu selbstverständlich ist.“ Erst in dieser Woche war in Deutschland eine Debatte um die Einführung einer Zuckersteuer ins Gespräch gekommen. Initiator war unter anderem der Kabarettist und Arzt Eckhart von Hirschhausen. (Beteiligen Sie sich dazu an unserer Umfrage: Zuckersteuer Ja oder Nein?)

Schottischer Mindestpreis: 57 Cent pro 10ml Alkohol

In Schottland gilt seit dem 1. Mai ein Mindestpreis für Alkohol. Bier, Wein und Spirituosen müssen jetzt so teuer sein, dass der darin enthaltene reine Alkohol für 50 Pence (57 Cent) pro zehn Milliliter verkauft wird. Auf diese Weise sollen innerhalb von fünf Jahren rund 400 Todesfälle und etwa 8000 Klinikaufenthalte verhindert werden. Auch in Deutschland ist Alkohol unter anderem bei vielen Straftaten und bei Unfällen im Straßenverkehr oft im Spiel.

Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, sagte im selben Medienbericht, ein Mindestpreis für Alkohol sei der erste, wichtige Schritt, um den Alkoholkonsum zu senken. Es sei nachgewiesen, dass mehr Alkohol getrunken werde, je niedriger sein Preis sei. „Wer den Alkoholkonsum reduzieren will, muss dafür sorgen, dass die in Deutschland unverhältnismäßig niedrigen Preise für alkoholische Getränke angehoben werden.“

Auch der Suchtexperte des AOK-Bundesverbands, Kai Kolpatzik, plädierte für höhere Verkaufspreise: „Deutschland zählt zu den Hochkonsumländern. Deshalb plädiere ich dafür, auch hierzulande stärker über höhere Preise von Alkohol nachzudenken.“ Die vor 14 Jahren eingeführte Steuer auf sogenannte Alkopops habe gezeigt, „wie wirksam man über gezielte Besteuerung eine positive Lebensstiländerung auf breiter Front einleiten kann“.

Kommentare (2)

1. warum saufen so viele Menschen - bevor sie richtig krank und suchtkrank im sozialem Aus landen? 2. senkt die orbitanten Verwaltungskosten / Verwaltungen in D - Kosten runter Menschen in die Produktion - mehr Effektivität - mehr Rentabilität 3. Steuern runter für mehr nationalen Konsum und Befeuerung der Binnenwirtschaft - Billigpreise bedeuten nicht - gekaufte Qualität 4. Breiteres und vielfältigeres Warenangebot / Arbeit zu fairen Preisen und Löhnen / Sicherheit der Renten

Wenn mit den eingenommen Steuergeld mehr Arbeitsplätze in der Pflege und Gesundheitswesen geschaffen werden, warum nicht. Die Skandinavischen Länder beweisen es schon seit langen, wie es geht. Sollen doch die Hartz-IV Assis vom Tabak und Alkoholkonsum ausgeschlossen bleiben, damit mehr Geld für ihre Kinder oder der Investition in vernünftigen Wohnraum zur Verfügung steht. Alkoholkonsum sollte Luxus werden, dann ist auch mehr Platz im Supermarkt für Bio Lebensmittel. Aber ich denke die Politik wird es genau anders herum umsetzen, so wie immer.