BARTSCH ÜBER GRÜNE

„Ich will keine soziale Spaltung über das Schnitzel”

Auf einen Mindestpreis-Vorschlag für Tierprodukte von dem Grünen-Vorsitzenden Habeck reagiert der Fraktionschef der Linken verärgert. Er sieht dadurch ärmere Menschen benachteiligt.
dpa
Linken-Vorsitzender Dietmar Bartsch hat kein Verständnis für die Preiserhöhungsidee für Tierprodukte von R
Linken-Vorsitzender Dietmar Bartsch hat kein Verständnis für die Preiserhöhungsidee für Tierprodukte von Robert Habeck (Grüne). Britta Pedersen
Berlin.

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, kritisiert den Vorstoß des Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck für einen Mindestpreis für Tierprodukte. „Die Preisdebatte der Grünen springt viel zu kurz und gibt moralisch implizit den Verbrauchern die Schuld”, sagte Bartsch der „Welt”. „Ich will keine soziale Spaltung über das Schnitzel.”

Zustimmung zu Mindestlohn, bessere Arbeitsbedingungen und keinem Antibiotika

Aber auch er findet: „Weil die Zustände in den Schlachthöfen größtenteils skandalös sind, brauchen wir eine Strukturdebatte zur Landwirtschaft: zwölf Euro Mindestlohn, bessere Arbeitsbedingungen, lückenlose Kontrollen und weg von massenhaften Antibiotika.”

Die Grünen fordern eine grundlegend Reform der Fleischproduktion in Deutschland. In einem Sieben-Punkte-Plan, der den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntag) vorliegt, verlangte Habeck unter anderem einen Mindestpreis für Tierprodukte, ein Verbot von Werkverträgen über Subunternehmen, bessere Haltungsbedingungen für Tiere, eine „korrekte Entlohnung” der Mitarbeiter und eine Ausweitung der staatlichen Kontrollen in den Betrieben.

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Kommentare (3)

Und im Kern auch gleich.
Wozu die Empörung von Herrn Bartsch?
Fleisch ist zu billig.

Wenn der Bauer sein Fleisch für 4€ das Kilo anbietet ist es seine Entscheidung!
Die andere Seite ist von wo wird es bezogen und unter welchen Bedingungen wurde es produziert - ? Der Markt bietet es an, unter Einhaltung von Tierschutz, Qualität und Preis!

Es ist eben nicht seine Entscheidung, sondern der Zwang der großen Ketten und Schlachthöfe, die die Preise diktieren. Deutschland produziert weltweit das billigste Fleisch. Auf Kosten der Tiere, der Arbeiter und der Umwelt.
Das Ganze ist hochsubventioniert, sprich Steuergelder, und dementsprechend nicht wirklich billig. Dieses Geld landet dann bei Herrn Tönnies auf dem Konto.
Wer also denkt, er zahlt nur die 5 Euro pro Kilo im Supermarkt, der irrt. Folgekosten durch Umweltschäden und Steuern muss man mitrechnen.
Ganz zu schweigen davon, das deutsches Fleisch in dritte Welt Länder exportiert wird und die dortige Landwirtschaft mit Preisdumping zerstört.
Das ist wiederum ein häufiger Grund, daß Emigranten auf die Flucht gehen.
Kurz gesagt: Wer gegen Geflüchtete wettert und gleichzeitig billigstes KZ-Fleisch im Discounter kauft, denkt die Dinge nicht zu Ende. Von Tierschutz und Naturzerstörung mal ganz abgesehen...