ÖKONOM FORDERT

Jobs im Osten nicht auf Teufel komm raus erhalten 

Laut einer Studie haben Subventionen in Milliardenhöhe dem Osten auch geschadet. Denn sie sollen Unternehmen verleitet haben, nicht benötigte Arbeitsplätze zu erhalten.
dpa
Reint E. Gropp, Präsident des Leibniz-Iinstituts für Wirtschaftsforschung Halle, hat eine Studie zur Wirtschaft im Osten vorgestellt (Archivbild).
Reint E. Gropp, Präsident des Leibniz-Iinstituts für Wirtschaftsforschung Halle, hat eine Studie zur Wirtschaft im Osten vorgestellt (Archivbild). Hendrik Schmidt
Schwerin.

Mit milliardenschweren Fördermitteln haben Regierungen im Osten Deutschlands nach einer Studie über die Jahre auch Schaden angerichtet.

„Die Subventionspolitik hatte negative Konsequenzen”, erklärte der Präsident des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, Reint Gropp, am Montag in Berlin. Sie habe Unternehmen verleitetet, nicht benötigte Arbeitsplätze zu erhalten. Deshalb seien Firmen im Osten noch immer weniger produktiv als im Westen.

Geld für Städte und produktive Unternehmen

„Wir sollten aufhören, dort auf Teufel komm raus Arbeitsplätze zu erhalten”, empfahl Gropp mit Blick auf das Land. Fördergeld solle künftig vor allem in Städte und in besonders produktive Unternehmen fließen, befand das Institut - und bestätigt damit seine bereits im Jahr 2015 vorgestellte Einschätzung, dass „die Infrastruktur in dünn besiedelten Gebieten nicht auf Dauer auf dem bisherigen Niveau gehalten werden kann.” „Dieses Bestehen auf gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland hat in die Irre geführt”, sagte Gropp.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will hingegen an seiner Strategie festhalten, sowohl die Metropolen als auch die Regionen zu entwickeln. „Die Sächsische Staatsregierung setzt große Anstrengungen in die Stärkung des ländlichen Raums. Wir haben höhere Förderquoten für Unternehmensansiedlungen außerhalb der Metropolen und haben die Entscheidung getroffen alle Orte an das schnelle Internet anzuschließen”, sagte er am Montag.

Hier finden Sie die Studie.

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