RUNDFUNKGEBÜHREN

Keine Gnade – GEZ-Häftling musste monatelange Haftstrafe absitzen

Ein 54-Jähriger aus Borken weigert sich Jahren, den Rundfunkbeitrag für ARD und ZDF zu zahlen. Deswegen musste er in Beugehaft. Wie geht es weiter?
GEZ-Verweigerer Georg Thiel
GEZ-Verweigerer Georg Thiel Peter Berger/BZ
Münster ·

Es gab für Georg Thiel keinen Strafrabatt. Der technische Zeichner aus Borken in Nordrhein-Westfalen musste die gesetzlich erlaubte Dauer von sechs Monaten Erzwingungshaft absitzen, weil er seit Jahren den Rundfunkbeitrag für die öffentlich-rechtlichen Sender nicht zahlt. Der Westdeutsche Rundfunk hatte sich im vergangenen halben Jahr geweigert, den Vollstreckungsantrag zurückzuziehen, um eine vorzeitige Freilassung des 54-Jährigen zu ermöglichen, der dem ARD-Sender inzwischen fast 1900 Euro schuldet.

Kampfwille von Thiel ungebrochen

„Das ist der erste Fall, der bis zum Schluss durchgezogen wurde”, sagt Sieglinde Baumert auf Nordkurier-Anfrage. Die Thüringerin musste vor fünf Jahren ebenfalls in Beugehaft, weil sie die Rundfunkgebühr nicht zahlen will. Sie war in Münster mit dabei, als Thiel kurz nach 9 Uhr die Haftanstalt verlassen durften. „Sein Kampfwille ist ungebrochen”, berichtet Baumert über ihre Eindrücke. In ihrem Fall hatte der zuständige MDR nach 61 Tagen von einer Fortdauer der Haft Abstand genommen. Im Verlauf der Zeit war die Unterstützung für Thiel ständig gewachsen. „Er hat 1060 Briefe ins Gefängnis mit aufmunternden Worten bekommen”, so Sieglinde Baumert, die die ganze Zeit über den Kontakt bis in die Zelle gehalten hatte.

Lesen sie auch: Höherer Rundfunkbeitrag wird ab August von Konten eingezogen

GEZ-Forderungen bleiben bestehen

Dass Georg Thiel nicht klein bei geben wird, machte er vor den wartenden Unterstützern und Kameras der Medien mit einem Pappschild „Danke WDR!” um den Hals und einem doppelten Siegeszeichen unmissverständlich klar. Der Ärger für ihn wird weiter gehen, allein schon wenn es um die rund 22 000 Euro an Haftkosten gehen wird. Seien Schulden laufen weiter auf. „Die Forderung bleibt jedoch auch danach bestehen, solange der Beitragszahler diese nicht beglichen und keine der von den Vollstreckungsbehörden gewählten Maßnahmen zu einem Erfolg geführt hat. Auch hier gibt es für den Rundfunkbeitrag keine Sonderregelungen”, erklärt der Rundfunkbeitragsservice (früher GEZ) gegenüber dem Nordkurier. Führe keine der Vollstreckungsmaßnahmen zu einem Erfolg, teilt die Vollstreckungsbehörde dies der zuständigen Landesrundfunkanstalt mit, die dann über weitere Mahnmaßnahmen entscheide.

Lesen sie weiter: Ministerpräsidentin Schwesig froh über erhöhten Rundfunkbeitrag

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Münster

zur Homepage

Kommentare (8)

wurde er wohl nicht, sonst hätte er ja einen Strick um den Hals und würde einen eher schlaffen Eindruck machen.

Auch der WDR wird sich eines Tages dafür entschuldigen müssen.

hier müssen sich auch eines Tages einige Kommentatoren entschuldigen.
Der WDR hält sich nur an die Gesetze.

Wenn der Beitragszahler nicht zahlen will, wird ein Gesetz herangezogen. Soweit kann ich ja noch folgen.
Doch wie ist das mit den Leuten, die diese Gebühren beschließen und verwalten? Werden die Verantwortlichen, die Millionen Euro bei einer spekulativen Privatbank zur Verantwortung gezogen werden? Haften die mit ihrem Privatvermögen und gehen sie dafür auch in Haft?
Quid pro Quo?
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Es ist vom Staat schon anmaßend ,dem Bürger Rundfunkanstalten vor die Nase zu setzen,die er noch zwangsfinanzieren muss. Rundfunkanstalten,gehören eben nicht zur staatlichen Grundversorgung. Für mich nur logisch,wer diese Sender nicht hört und sieht muss auch keinen Betrag bezahlen. Die einzigen,die diese Sender brauchen,ist der Staat und die Politiker.

in (fast) jedem Staat der Welt und müssen natürlich auch bezahlt werden. Völlig irrelevant, ob Sie die nutzen oder nicht. Und die Einschaltquoten beweisen auch, dass diese genutzt werden.

Alf und Käpt'n Blaubär hatten noch die größte Realitätsnähe. Sehe weder Fernsehen, noch höre ich Radio. Reallife-Erfahrungen und Lesen ist viel besser. Leute, die einem erzählen wollen wie die Welt funktioniert, verfolgen immer eine Absicht damit.

Was muss man in der Schule verpasst haben, um hier zu schreiben, wenn es Gesetz ist, muss man zahlen?

Also hat die Partei immer recht? In diesem Falle nicht SED aber CDU und SPD?

Bei Adolf gab es auch schon Gesetze. Gott sei Dank haben sich Lilo Hermann und Sophie Scholl nicht daran gehalten.

Diese Kommentatoren lassen sich bestimmt auch alle freiwillig impfen!?