KOMMENTAR ZU EXTINCTION REBELLION

Klima-Faschismus vom Allerfeinsten

Konsequente Klimaschützer? Nein, findet unser Kommentator: Was „Extinction Rebellion” betreibt, hat mit Klimaschutz nichts mehr zu tun.
Gabriel Kords Gabriel Kords
Das Logo der Extinction-Rebellion-Bewegung.
Das Logo der Extinction-Rebellion-Bewegung. Christophe Gateau
Berlin.

Mit „Extinction Rebellion“ ist nun also eine Bewegung entstanden, deren Anhänger mit dem bevorstehenden Weltuntergang rechnen und der Meinung sind, nur mit „Radikalismus“ und absichtlich herbeigeführtem Chaos lasse sich „die Wahrheit“ noch unters Volk bringen. Ihr Mitgründer Roger Hallam inszeniert sich wie ein Sekten-Guru, die Bewegung vergleicht sich mit Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Nelson Mandela – und Roger Hallam sieht nicht den geringsten Widerspruch darin, einerseits Gewaltfreiheit zu propagieren und andererseits zu behaupten es sei nun mal eine „historische Tatsache“, dass es bei Bewegungen wie der seinen auch mal Todesopfer geben könnte. Zu guter Letzt ist da noch das kreisrunde Logo mit dem markanten Symbol, das die Anhänger auf Schilder, T-Shirts und sogar auf Fahnen drucken, um sich dahinter zu versammeln.

Geht’s noch? Gerade in Deutschland müsste so etwas eigentlich eher Beklemmungen auslösen, als das Bedürfnis mitzumachen. Denn was hinter „Extinction Rebellion“ steckt, ist pure Ideologie – und eine von wenigen Personen gelenkte Massenbewegung, deren Anführer völlig unverblümt von alternativloser Radikalität und einziger Wahrheit schwadronieren und sogar davon, dass man mögliche Todesopfer nun mal in Kauf nehmen müsse. Das hat mit legitimem politischem Protest nicht das Geringste zu tun, sondern ist Klima-Faschismus vom allerfeinsten.

Und wo bleibt der öffentliche Aufschrei? Der bleibt – natürlich – wieder aus, es geht schließlich um Klimaschutz. Und für den ist hierzulande inzwischen offenbar jedes Mittel recht.

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Kommentare (9)

Ich kann es nicht glauben, wie leichtsinnig der Autor mit Worten umgeht: 'Faschismus' als Titel eines Kommentars und gleichzeitig Diffarmierung einer Bevölkerungsgruppe in einer Tageszeitung mit hohem journalistischem Anspruch? In der Tat radiklae Ansichten!

Weiterhin MUSS die Formulierung "dass es bei Bewegungen wie der seinen auch mal Todesopfer geben könnte" bei flüchtigem Lesen einfach mißverstanden werden. Im verlinkten Artikel nennt Roger Hallam als Beispiele für Todesopfer Ghandi und Martin Luther King. Es geht also um Opfer auf Seiten der Demonstranten und nicht, wie man denken könnte, um billigend in Kauf genommene Kollateralschäden bei den Protesten.

XR schreibt sich gewaltfreien Widerstand auf die Fahnen. Also das Gleiche, was 1989 in der DDR zur politischen Wende geführt hat. Auch damals haben Demonstranten Opfer in Kauf genommen und gebracht. Stellt heute irgend jemand deren Mut und Widerstand in Frage? Auch die Wendebewegung begann mit einer handvoll Menschen und einem offenen Brief. Alles schon vergessen?

Wie haben sich die Zeiten gewandelt, dass das die Forderung nach einem gesamtgesellschaftlichen Umdenken in existentiellen Fragen heute mit dem Begriff 'Faschismus' belegt wird? Wurde 1989 nicht auch ein radikaler Wandel gefordert? Wer hätte die friedliche Bewegung damals als Faschismus tituliert???

Wir sollten vielmehr feiern, dass wir heute in einem Land leben, in dem demonstriert werden darf, ohne gleich ins Gefängnis geworfen zu werden.

...wird sogar "Öko-Faschismus" genannt.

Ist das hier neuerdings das Sprachrohr für alle Tatsachenverdreher, Realitätsverweigerer und Wahrheitsleugnern vom rechten Rand?
Welcher Partei gehört der Autor an... AfD oder NPD? Wenn der Autor mal wissen will was Faschismus ist, kann er sich bei genannten Parteien die Definition für Faschismus anschauen.

Schön wäre es wenn sie demonstrieren. Sie blockieren den Straßenverkehr und nötigen dadurch andere Menschen. Von Faschismus würde ich trotzdem nicht sprechen. Eher von einer kollektiven Psychose.

Oh Müsti... schön das sie zurück sind. Na dann googeln sie mal selber nach dem Faschismusbegriff!

https://de.wikipedia.org/wiki/Faschismus

Ups! Es gibt gar nicht so eine richtige Definition dafür. Außer das es sich vom fascio (dem Bund) ableitet.

Lieber ..., wenn schon Wikipediaverweis, dann bitte auch vollständig lesen. Nur die Wortherkunft als Definition zu nennen, greift zu kurz.

Der Wikipedia-Artikel sagt auch:
"Ab den 1920er Jahren wurde der Begriff für alle extrem nationalistischen, nach dem Führerprinzip organisierten antiliberalen und antimarxistischen Bewegungen, Ideologien oder Herrschaftssysteme verwendet, die seit dem Ersten Weltkrieg die parlamentarischen Demokratien abzulösen suchten."

Nichts davon trifft auf die XR-Bewegung zu.

Weiter:
"Der Begriff Fascismo, der um 1900 zum Banner der revolutionären Arbeiterbewegung avanciert war, wurde ab 1919 mit den „Fasci di combattimento“ identifiziert: jene „Kampfbünde“, die Mussolini im März 1919 gründete."
Mussolini hat also den Begriff fascismo ebenso vereinnahmt, wie die Nazis in Deutschland die rote Arbeiterfahne und den Begriff "...sozialistische Arbeiterpartei" zu ihren Symbolen machten.

Oh sie haben da aber auch interessante Sachen vergessen zu zitieren:

"Was Faschismus ist oder sein soll, wurde vornehmlich von seinen Gegnern bestimmt"

Des weiteren war die NSDAP eine zu tiefst sozialistische Partei. Nicht nur vom Namen her. Lesen sie sich das 25 Punkte Programm durch. Punkte 12 - 18 sind Forderungen, die ich auf Transparenten in jeder linken Demo sehen kann.

http://www.documentarchiv.de/wr/1920/nsdap-programm.html

Natürlich von den Gegnern. In ihrem Selbstbild waren sie ja Nationalsozialisten.

Zumindest bei Punkt 12 haben die Nazis ihre großspurigen Thesen komplett verfehlt:
"12. Im Hinblick auf die ungeheuren Opfer an Gut und Blut, die jeder Krieg vom Volke fordert, muß die persönliche Bereicherung durch den Krieg als Verbrechen am Volke bezeichnet werden. Wir fordern daher restlose Einziehung aller Kriegsgewinne."

Wenn Sie nicht von selbst darauf kommen, dass die NSDAP neben der Fahne und dem Namen auch einen Teil der Inhalte vereinnahmt hat, kann ich auch nicht weiterhelfen.

Im Übrigen ist nicht jeder, der Nazis doof findet, automatisch ein Linker.

Erschreckend, was der Autor hier von sich gibt. Noch erschreckender, wenn man sich im Vergleich dazu seinen Kommentar aus dem letzten Jahr zur "Identitäten Bewegung" ansieht. Diese ist nach Ansicht des Herrn Kords friedliebend und völlig ungefährlich. Noch Fragen? Nicht schwer zu erraten, wo der Autor bei Wahlen sein Kreuz macht.

https://www.nordkurier.de/politik-und-wirtschaft/identitaere-bewegung-meinungsverbote-sind-undemokratisch-0132194306.html