Das Logo der Extinction-Rebellion-Bewegung.
Das Logo der Extinction-Rebellion-Bewegung. Christophe Gateau
Kommentar zu Extinction Rebellion

Klima-Faschismus vom Allerfeinsten

Konsequente Klimaschützer? Nein, findet unser Kommentator: Was „Extinction Rebellion” betreibt, hat mit Klimaschutz nichts mehr zu tun.
Berlin

Mit „Extinction Rebellion“ ist nun also eine Bewegung entstanden, deren Anhänger mit dem bevorstehenden Weltuntergang rechnen und der Meinung sind, nur mit „Radikalismus“ und absichtlich herbeigeführtem Chaos lasse sich „die Wahrheit“ noch unters Volk bringen. Ihr Mitgründer Roger Hallam inszeniert sich wie ein Sekten-Guru, die Bewegung vergleicht sich mit Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Nelson Mandela – und Roger Hallam sieht nicht den geringsten Widerspruch darin, einerseits Gewaltfreiheit zu propagieren und andererseits zu behaupten es sei nun mal eine „historische Tatsache“, dass es bei Bewegungen wie der seinen auch mal Todesopfer geben könnte. Zu guter Letzt ist da noch das kreisrunde Logo mit dem markanten Symbol, das die Anhänger auf Schilder, T-Shirts und sogar auf Fahnen drucken, um sich dahinter zu versammeln.

Geht’s noch? Gerade in Deutschland müsste so etwas eigentlich eher Beklemmungen auslösen, als das Bedürfnis mitzumachen. Denn was hinter „Extinction Rebellion“ steckt, ist pure Ideologie – und eine von wenigen Personen gelenkte Massenbewegung, deren Anführer völlig unverblümt von alternativloser Radikalität und einziger Wahrheit schwadronieren und sogar davon, dass man mögliche Todesopfer nun mal in Kauf nehmen müsse. Das hat mit legitimem politischem Protest nicht das Geringste zu tun, sondern ist Klima-Faschismus vom allerfeinsten.

Und wo bleibt der öffentliche Aufschrei? Der bleibt – natürlich – wieder aus, es geht schließlich um Klimaschutz. Und für den ist hierzulande inzwischen offenbar jedes Mittel recht.

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