ILLEGALE ASYLANTRÄGE

Korruptionsverdacht im Bamf

In mehr als 1200 Fällen soll eine Mitarbeiterin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge Asyl gewährt haben. Dafür fehlten wohl die Voraussetzungen.
Fabian Beyer Fabian Beyer
Vor allem von Jesiden soll die leitende Mitarbeiterin des Bamf sowie drei Anwälte systematisch die Asylanträge genehmigt haben. (Symbolfoto)
Vor allem von Jesiden soll die leitende Mitarbeiterin des Bamf sowie drei Anwälte systematisch die Asylanträge genehmigt haben. (Symbolfoto) Oliver Dietze
Berlin.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wird offenbar von einem Korruptionsskandal eingeholt. Das berichtet jedenfalls die „Süddeutsche Zeitung”. Eine leitende Mitarbeiterin des Bamf soll in mehr als 1200 Fällen Asylanträge positiv beschieden haben, obwohl es dafür keine rechtliche Grundlage gab.

Die betroffene Mitarbeiterin soll inzwischen von ihrem Dienst suspendiert worden sein. Zuvor leitete sie die Außenstelle des Bamf in Bremen. Systematisch soll die Frau zusammen mit drei Anwälten aus Niedersachsen die Asylanträge vor allem von Jesiden genehmigt haben.

Ob die Beamtin und die Anwälte von den Aktionen finanziell profitierten, steht noch nicht fest. Allerdings soll die ehemalige Bamf-Mitarbeiterin Zuwendungen erhalten haben, zum Beispiel mit Restaurant-Einladungen.

Objekte in Bremen und Niedersachsen durchsucht

Auf Anfrage bestätigte die Bremer Staatsanwaltschaft, dass es Ermittlungen gegen die ehemalige Leiterin, drei Rechtsanwälte aus Bremen und Niedersachsen sowie einen Dolmetscher gäbe. Außerdem bestätigten die Ermittler, dass in den vergangenen Tagen in diesem Zusammenhang Objekte in Bremen und Niedersachsen durchsucht worden sind.

Bestechlichkeit und bandenmäßige Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragsstellung, lautet der Vorwurf. Die Außenstelle Bremen sei demnach formal für die Antragssteller nicht zuständig gewesen, trotzdem habe die Leiterin über die Anträge in Eigenregie entschieden.

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