ABGWASWERTE NICHT ERFÜLLT

Lada stoppt Export nach Deutschland

Der Autobauer aus Russland zieht sich aus Westeuropa zurück. Als Begründung führt der Konzern Umweltauflagen an, denen die Lada-Modelle nicht mehr entsprechen.
Carina Göls Carina Göls
Lada verschwindet aus Deutschland.
Lada verschwindet aus Deutschland. Yuri Kochetkov
Neustrelitz.

Lada verschwindet aus Deutschland. Ende des Jahres soll Schluss sein mit dem Verkauf der in der DDR als Edelkarosse geltenden russischen Wagen in Westeuropa. Als Grund führt der Awtowas-Konzern Umweltauflagen an. Die Lada-Flotte könne die strengen Abgasnormen der EU nicht erfüllen. Laut der Ostsee-Zeitung, die als erste über den Rückzug berichtete, sind allein in Mecklenburg-Vorpommern 16 Händler von dem Liefer-Aus des in Russland gebauten Wagens betroffen.

Einer davon ist Michael Selz, Chef des gleichnamigen Autohauses in Neustrelitz. Wie er auf Nordkurier-Nachfrage sagte, sei der Lada-Absatz schon seit einiger Zeit rückläufig. „Ich habe in den vergangenen zwei Jahren keinen einzigen Neuwagen von Lada verkauft.“ Warum nicht? „Die Steuern mit rund 450 Euro bei 1,6 oder 1,7-Liter Benzinern sind den Leuten einfach zu hoch. „Lada hat die Abgasnorm der EU lange nicht erfüllt, sondern nach meinem Wissen immer Sondergenehmigungen bekommen. Warum das so ist, das weiß ich nicht. Da muss es irgendeine Gesetzeslücke geben. Lada war immer ein Nischenprodukt“, so der Autohausbesitzer, der seit 1995 im Geschäft ist.

Umrüstungen für Niva und Vesta?

Wirtschaftlich hart treffen würde ihn der Rückzug der Russen nicht, da es nicht sein Hauptverkaufs-Wagen sei. Ohnehin „hat uns Lada nie zu einer bestimmten Stückzahl bei der Abnahme verpflichtet“. Beliebt sei hingegen der Lada Vesta gewesen. Der Kleinwagen sei wie andere Lada-Modelle mit „vergleichsweise einfacher guter Technik ausgerüstet“. „Das macht den Wagen vor allem im Gelände etwa für Jäger so interessant. Mit so einem Auto fährt man sich auch auf einer nassen Wiese nicht fest“, sagt Michael Selz.

Festgefahren scheint die Lage zumindest für einige Lada-Modell noch nicht. Im niedersächsischen Buxtehude – dort sitzt die Lada-Zentrale für Deutschland und Österreich – wird überlegt, den als besonders günstig und beliebt geltenden Allrad-Geländewagen 4x4 (Niva) in Eigenregie an die neuen Vorgaben anpassen zu wollen. Überlegungen für Umrüstungen gebe es auch für den Kleinwagen Vesta.

Insider zweifeln zudem an der offiziellen Lada-Begründung mit dem zu hohen CO2-Ausstoß und den EU-Normen. Vielmehr sehen sie die Konkurrenz als entscheidenden Grund für den Ausstieg. Die Aktien-Mehrheit bei Lada hat eine Allianz aus Nissan und Renault. Die wollten möglicherweise einen Wettbewerb für ihre Marken und die Renault-Tochter Dacia verhindern.

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