Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte am Freitag: „Wenn man sich die Situation in Mecklenburg-Vorpommern
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte am Freitag: „Wenn man sich die Situation in Mecklenburg-Vorpommern anschaut, da müssen schon die Reha-Kliniken genutzt werden, um die Akutversorgungen zu machen. Das ist ein unhaltbarer Zustand.“ Michael Kappeler
Gesundheitsminister

Lauterbach sieht wegen Corona unhaltbaren Zustand in MV

Bundesgesundheitsminister Lauterbach sieht die – Nutzung von Reha-Kliniken für Akutversorgung in Mecklenburg-Vorpommern wegen der vielen Coronafälle kritisch
dpa
Schwerin

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) beurteilt die Corona-Lage im Nordosten als angespannt. „Wenn man sich die Situation in Mecklenburg-Vorpommern anschaut, da müssen schon die Reha-Kliniken genutzt werden, um die Akutversorgungen zu machen. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, sagte Lauterbach am Freitag im Deutschlandfunk. Es sei richtig, deswegen die Möglichkeiten des neuen Infektionsschutzgesetzes zu nutzen und Mecklenburg-Vorpommern als ganzes Land zum Hotspot zu erklären, sagte Lauterbach.

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MV will an Maskenpflicht in Innenräumen festhalten

Die sogenannte Hotspot-Regelung ist ein zentraler Bestandteil des neuen Infektionsschutzgesetzes, das am Freitag von SPD, FDP und Grünen im Bundestag beschlossen wurde und anschließend auch noch den Bundesrat passieren sollte.

Das Gesetz sieht nur noch wenige allgemeine Vorgaben zu Masken und Tests in Einrichtungen für gefährdete Gruppen vor. Für Hotspots sind weitergehendere Beschränkungen möglich, aber nur, wenn das Landesparlament für diese Regionen eine besonders kritische Corona-Lage feststellt.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatte die Landesregierung in MV am Donnerstag angekündigt, vor allem auf eine Maskenpflicht in Innenräumen setzen zu wollen. Diese sei das wirksamste Mittel zum Schutz vor einer Corona-Infektion, sagte der Chef der Staatskanzlei in Schwerin, Patrick Dahlemann (SPD). Um eine Maskenpflicht auf breiter Front vorschreiben zu können, soll das gesamte Land zum Hotspot erklärt werden.

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125 Patienten notgedrungen in Reha-Kliniken

Dahlemann zufolge sind in MV aktuell 125 Patientinnen und Patienten in Reha-Kliniken untergebracht, die als Ersatzkrankenhäuser genutzt werden. Ein Verlegung der Menschen in die regulären Kliniken des Landes wäre zurzeit nicht möglich, sagte Dahlemann.

Wie die Corona-Regeln ab dem 2. April aussehen sollen, ist noch unklar. Eine endgültige Entscheidung trifft ein Sonderlandtag am kommenden Donnerstag.

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