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Kommentar zur Windrad-Brandserie

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Liebe Grüne, verbietet doch einfach das Feuer!

Im brandenburgischen Klein Zehdenick brannte im Juni 2018 ein Windrad ab, dessen Rotor nach einem Blitzschlag während eines Gewitters Feuer fing.
Im brandenburgischen Klein Zehdenick brannte im Juni 2018 ein Windrad ab, dessen Rotor nach einem Blitzschlag während eines Gewitters Feuer fing.
Julian Stähle

Bei grünen Hätschelprojekten ist das „Vorsorgeprinzip”, mit dem man sonst so gerne technische Projekte ausbremst, plötzlich egal. Findet zumindest unser Autor und nennt haarsträubende Beispiele dafür, wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Ein Kommentar.

Ist doch schön, wenn nur ein Windrad brennt und nicht zum Beispiel ein Atomkraftwerk. So könnte man die aktuelle Unfallserie bei Windkraftanlagen auch sehen und beruhigt zur Tagesordnung übergehen. Und doch: Wie kann es sein, dass in unserem sonst so überregulierten Land ausgerechnet für die „guten“ grünen Technologien Ausnahmeregelungen gelten? Der Aufzug in einem Windrad muss zum Beispiel regelmäßig vom TÜV geprüft werden, die Anlage selbst aber... – nie!

Aber die Windkraft ist ja nicht das einzige Hätschelkind, das unter Zurückstellung der sonst verbreiteten Bedenkenträgereien wie dem „Vorsorgeprinzip“ oder der „Technikfolgenabschätzung“ massiv ausgebaut wird. Solarmodule enthalten zum Beispiel das Schwermetall Cadmium, das Krebs erzeugen kann. Eigentlich verbietet eine EU-Richtlinie dessen Verwendung. Für Solarmodule allerdings gibt es eine Ausnahmeregelung. Natürlich.

Zweierlei Maß in der Landwirtschaft

Die „böse“ Autoindustrie darf hingegen nicht auf Gnade hoffen. VW zum Beispiel droht der Rückruf von 124.000  Hybrid- und Elektroautos, weil im Relais eines Ladegeräts Spurenelemente von Cadmium enthalten waren, was das Recyceln erschweren könnte. Die Menge des Cadmiums in einem dieser VW-Module entspricht übrigens dem, was laut EU-Verordnung in 100 Tafeln Bitterschokolade enthalten sein darf. Allerdings lutscht ja auch niemand an einem Relais. Und gegessen wird es schon mal gar nicht!

Zweierlei Maß auch in der Landwirtschaft. Bei „Bio“ sind Gifte erlaubt, die für Insekten viel schädlicher sind als jedes handelbare Mittel aus der Chemiefabrik. Aber die Bio-Mittel sind ja natürlichen Ursprungs und deshalb irgendwie okay. Die Gen-Technik in der Pflanzenzucht natürlich nicht, die ist wieder böse und muss strikt reguliert werden – obwohl über 100 Nobelpreisträger in einem öffentlichen Aufruf dafür eintraten, diese Forschung zu fördern, weil sie Menschen gerade in armen Ländern helfen kann. Erlaubt dagegen ist es, Saatgut mit radioaktiver Strahlung und Giften zu verändern. Dieses „Atom“-Obst kann man auch im Bio-Supermarkt kaufen, aber natürlich wird es so nicht deklariert.

Ginge es nach den verschobenen Maßstäben, die da so an „gute“ und „böse“ Technik angelegt werden, hätte die Erfindung des Feuers bei den aktuellen Genehmigungsbehörden keine Chance auf Zulassung. Zu viele Emissionen, zu hohes Unfallrisiko. Die Windkraftanlagen brennen trotzdem.