HENNIG-WELLSOW

Linken-Vorsitzende erntet für Äußerung zur Bundeswehr Spott

Die neue Linken-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow hat sich in einem Interview zu Kampfeinsätzen der Bundeswehr geäußert und für Irritationen gesorgt. Auf Twitter versuchte sie Schadensbegrenzung.
dpa
Susanne Hennig-Wellsow, neue Bundesvorsitzende der Partei Die Linke (Archivbild).
Susanne Hennig-Wellsow, neue Bundesvorsitzende der Partei Die Linke (Archivbild). Bernd Von Jutrczenka
Berlin ·

Die neue Linken-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow hat mit Äußerungen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr im Internet Spott geerntet und für Irritationen gesorgt. In einem Interview für die Internetseite „Jung und naiv” sprach sie sich zwar gegen Kampfeinsätze der Bundeswehr aus, konnte aber nicht genau sagen, welche sie beenden will.

„Da muss ich ehrlicherweise sagen, die habe ich nicht alle einzeln im Blick”, sagte sie und musste anschließend einräumen, dass sie auch nicht wisse, an wie vielen Kampfeinsätzen die Bundeswehr derzeit beteiligt ist. Auf Nachfragen nannte sie schließlich Afghanistan und fügte dann noch Somalia hinzu: „Das ist kein Kampfeinsatz, aber da sind Bundeswehrsoldaten.”

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Kampfeinsatz der Bundeswehr

Im ostafrikanischen Krisenland Somalia sind keine deutschen Soldaten stationiert. Die Bundeswehr ist aber an dem EU-Einsatz „Atalanta” gegen Piraterie vor der Küste Somalias beteiligt. Was ein Kampfeinsatz der Bundeswehr ist, ist nicht klar definiert. Es gibt Politiker, die auch Einsätze dazu zählen, bei denen die deutschen Soldaten nur zum Selbstschutz bewaffnet sind. Offensive Kampfoperationen hat die Bundeswehr selbst bisher nur in Afghanistan und im Kosovo-Krieg durchgeführt.

Unklar blieb, wie Hennig-Wellsow grundsätzlich zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr steht. In dem Interview zeigte sie sich offen für Blauhelmeinsätze zur Friedenssicherung in Konfliktregionen. „Friedenserhaltende Maßnahmen muss man sich im Einzelfall tatsächlich angucken”, sagte sie. Damit widersprach sie allerdings dem Grundsatzprogramm der Linken, in dem festgeschrieben ist, dass die Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen zurückgeholt werden soll.

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Linke bisher immer gegen Bundeswehreinsätze im Ausland

Im Bundestag hat die Fraktion der Linken bisher immer gegen Bundeswehreinsätze im Ausland gestimmt, auch gegen jegliche Beteiligung an Blauhelmeinsätzen der Vereinten Nationen. Das gilt als eins der Haupthindernisse für eine Koalition mit SPD und Grünen auf Bundesebene. Auf Twitter erteilte Hennig-Wellsow später Auslandseinsätzen eine grundsätzliche Absage – so wie es im Grundsatzprogramm steht: „Jeder Bundeswehreinsatz im Ausland ist 1 zu viel.”

Die Linken-Chefin und frühere Leistungssportlerin im Eisschnelllauf entschuldigte sich außerdem für ihren Patzer in dem Interview. „Beim #Eisschnelllauf hab ich mir manche Beule geholt. Nun habe ich meinen 1. blauen Fleck in #Berlin. Ich war im Interview mit Tilo Jung einfach platt. Das gibt's nun mal.”

Das Interview dauerte zwei Stunden. Das Thema Bundeswehr kam eine Viertelstunde vor Schluss dran. Hennig-Wellsow war bis zu Ihrer Wahl an die Bundesspitze der Linken vor einer Woche Landespolitikerin in Thüringen.

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Kommentare (8)

Sich zu Beginn des Amtantritts mit einem Fehler öffentlich gegen die geopolitischen Interessenssphären der Natostaaten zu stellen und deren mehr oder weniger schlüssigen UN-Missionen indirekt in Frage zu stellen hätte man auch weniger dilletantisch haben können.

Naja. Linkspartei eben.
Wenn aus einer grundlegend berechtigten Kritik durch stumpfes Wiederholen und Nachplappern innerhalb der eigenen Linie eine leere Phrase wird.

und reiht sich nahtlos in die Kobold Baerbocks, BaFin Habecks und wie die ganzen Politdarsteller ohne Kompetenz noch so heißen ein...sie wird wie der regierende Rest im Tal der Ahnungslosen wohlgenährt aus dem Futtertrog der Steuerzahler naschen, gelegentlich heiße Luft verbreiten und darf sich auf lebenslange Alimente freuen für die ein normaler Arbeiter 80 Jahre lang in die Rentenkasse einzahlen müsste...

Die einzige kompetente Frau dieser Partei wurde weg gemobbt...hätte diese einfache Frage aber wahrscheinlich auch unvorbereitet beantworten können...

... Beispiel dafür, das im Bundestag nicht die Elite sitzt.

... muss richtig heißen: Landtag

aus Thüringen.
Man kann ja alles googlen.
Nicht mal dafür ist die Susi kompetent genug.

das die Dame abgibt.

Vielleicht hätte der Journalist andere Fragen stellen sollen ,z.B über die alte NVA pp die hätte die Dame sicher sofort beantworten können.

wage ich zu bezweifeln.
Wie den ganzen Rest der linksgrünen Utopien...