ZAHLEN IM VERGLEICH

Linksextreme stehen nicht so auf (legale) Schusswaffen

Rechtsextremen wird häufig eine gewisse Affinität zu Waffen nachgesagt. Tatsächlich haben viele von ihnen eine Waffe registriert. Auf der anderen Seite der politisch Extremen sieht es deutlich anders aus.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
Für diese Schreckschusspistole braucht ein Besitzer einen sogenannten Kleinen Waffenschein. Politische Extreme des linken Spektrums versuchen nur selten, an einen solchen Waffenschein zu gelangen.
Für diese Schreckschusspistole braucht ein Besitzer einen sogenannten Kleinen Waffenschein. Politische Extreme des linken Spektrums versuchen nur selten, an einen solchen Waffenschein zu gelangen. Oliver Killig
Neubrandenburg.

Rund 750 Rechtsextreme und 1200 Reichsbürger sind bundesweit im Besitz einer legalen Schusswaffe, gab die Bundesregierung vor Kurzem bekannt. Auf der entgegengesetzten Seite des politischen Spektrums ist eine solche Affinität zu Schusswaffen nicht zu erkennen. Dies ergab eine Recherche der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), die Daten aus den Innenministerien der Bundesländer auswertete.

Demnach liegt bei den 440 Linksextremisten in Mecklenburg-Vorpommern nur „in Einzelfällen” eine Waffenbesitzkarte vor. In Sachsen-Anhalt besitzt der 490 Linksextremen, in Saarland nur zwei von 380, eine solche Waffenbesitz-Berechtigung.

Selbst Hamburg mit seiner großen autonomen Szene (1100 Personen) besitzt kein Linksextremer eine solche Karte. Auch in Baden-Württemberg (2780 Linksextreme) und Berlin (2790 Linksextreme) verfügen nur wenige Einzelpersonen der Szene über eine Waffenbesitzkarte.

Dunkelziffer lässt sich nicht seriös schätzen

Nach Angaben des Verfassungsschutzes gibt es in Deutschland geschätzte 24.350 Rechtsextremisten. Diese besitzen demnach eine deutlich höhere Anzahl an Waffenbesitzkarten als die geschätzten 29.400 Mitglieder der linksextremen Szene.

Wie aussagekräftig diese Zahlen in Bezug auf den tatsächlichen Waffenbesitz unter Linksextremen ist, ist jedoch fraglich. Denn: „Es entspricht nicht dem Selbstverständnis von Linksextremisten – insbesondere nicht von Autonomen –, den Besitz oder Gebrauch von Waffen vorher bei einer staatlichen Stelle anzumelden”, sagte deshalb auch ein Sprecher des Berliner Innensenats der FAZ. Ähnliches dürfte für Mitglieder vor allem des subkulturellen rechtsextremen Milieus gelten.

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