Erneuter Streik der Piloten

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Lufthansa trotzt dem Pilotenstreik

Der Ausstand der Lufthansa-Piloten fällt ausgerechnet in die verkehrsreichste Zeit des Jahres. Foto: Fredrik von Erichsen
Der Ausstand der Lufthansa-Piloten fällt ausgerechnet in die verkehrsreichste Zeit des Jahres. Foto: Fredrik von Erichsen
Fredrik von Erichsen

15 Stunden lang soll heute das Drehkreuz Frankfurt lahmgelegt werden. Allerdings sind nicht alle Flüge vom Ausstand betroffen.

Fast den ganzen Dienstag über wollen Lufthansa-Piloten Langstreckenflüge bestreiken. Trotz der erneuten Arbeitsniederlegungen sollen aber mehr als die Hälfte der geplanten Interkontinentalflüge stattfinden: Von 57 geplanten Langstreckenflügen im Streikzeitraum zwischen 8 und 23 Uhr sagte die Fluggesellschaft am Montag nur 25 Verbindungen komplett ab. Auch am Montag sollten bereits Flüge nach Frankfurt ausfallen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte ihre fünfte Streikwelle von vornherein auf Interkontinentalflüge beschränkt, dafür aber die Dauer im Vergleich zu den vorangegangenen Streiks stark ausgeweitet.

Viele Flüge starten planmäßig

32 Maschinen aus dem Streikzeitraum könnten voraussichtlich fliegen, teilte Lufthansa mit. Ein Großteil davon werde von freiwilligen Piloten gesteuert. Zum Teil handelt es sich um sogenannte Manager-Piloten, leitende Lufthansa-Mitarbeiter, die ihre Fluglizenz aufrechterhalten haben. Zwei Abflüge sollen zeitlich vorgezogen und vier auf heute verlegt werden.

Der Kurz- und Mittelstreckenverkehr soll nach Angaben der Lufthansa nicht betroffen sein. Auch Langstreckenflüge von München und Düsseldorf sollen starten. Die Flüge der übrigen Konzerngesellschaften wie Swiss, Austrian, Germanwings, Brussels Airlines und Air Dolomiti fänden ebenfalls planmäßig statt.

Die Lufthansa äußerte heftige Kritik an der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit. Die Streiks der Vereinigung Cockpit verursachten einen Schaden mit nicht absehbaren Folgen für alle 120 000 Beschäftigten, sagte Kay Kratky, Mitglied des Lufthansa-Passage-Vorstands. „Wir entschuldigen uns bei unseren Gästen ausdrücklich für das Vorgehen der Gewerkschaft, die als einzige Tarifpartei kompromiss- und rücksichtslos die Wahrung ihrer Besitzstände durchsetzen will.“

Nach dem Streik soll es schnell weitergehen

Wegen des Streiks wurden 48 Überseeflüge der Lufthansa gestrichen, darunter laut einer im Internet veröffentlichten Liste auch 15, die noch am Montag in Richtung Frankfurt hätten starten sollen. Lufthansa versucht im Streikfall, die Flüge so zu organisieren, dass nach Streikende der Betrieb schnell wieder normal laufen kann. Für Dienstag wurden unter anderem Flüge nach Singapur, Bangkok und Chicago abgesagt.

Betroffen sind Flüge mit den Langstreckenjets Airbus A380, Boeing B747, Airbus A330 und Airbus A340. Da der Ausstand bis zum Betriebsende des Flughafens andauern soll, kann es wegen des Nachtflugverbots keine absichtlich verspäteten Starts geben. Der Streik fällt in die verkehrsreichste Zeit des Jahres. Zwei Wochen zuvor war es den Lufthansa-Planern gelungen, bei einem auf acht Stunden ebenfalls für Frankfurt angekündigten Langstreckenstreik sämtliche Verbindungen anzubieten. Die VC hatte den Ausstand daraufhin abgesagt.