Ein Gefängnis in Antalya
Ein Gefängnis in Antalya
Justiz

Mehr als 120 Deutsche werden in der Türkei festgehalten

66 Deutsche seien aus verschiedenen Gründen inhaftiert, gegen 57 weitere seien Ausreisesperren verhängt worden, meldet ein Portal. Es geht auch um angeblichen Terrorverdacht.
dpa
Berlin

Einem Bericht zufolge sitzen aufgrund des Vorgehens der türkischen Justiz aktuell mehr als 120 deutsche Staatsbürger in der Türkei fest. 66 Deutsche seien aus verschiedenen Gründen inhaftiert, gegen 57 weitere seien Ausreisesperren verhängt worden, berichtete das Nachrichtenportal „t-online” am Freitag unter Berufung auf Informationen des Auswärtigen Amts. 39 Deutschen wird demnach von der türkischen Justiz ein Verstoß gegen das Antiterrorgesetz vorgeworfen.

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„Einen signifikanten Anstieg in letzter Zeit haben wir nicht festgestellt”, wurde das Auswärtige Amt mit Blick auf die Zahlen zitiert. Unter den Inhaftierten werden zwölf Personen „Straftaten unter Antiterrorgesetzen” vorgeworfen, wie „t-online” berichtete. Solche Vorwürfe seien in 27 Fällen auch der Grund für eine Ausreisesperre. 16 der inhaftierten Deutschen säßen wegen „Straftaten gegen das Leben und die körperliche Unversehrtheit” im Gefängnis, 19 weiteren würden „Betäubungsmittelstraftaten” vorgeworfen, berichtete das Nachrichtenportal weiter.

Kritikern zufolge hat die türkische Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan die Meinungsfreiheit in der Türkei zuletzt weiter beschnitten. Präsidentenbeleidigungen etwa können strafrechtliche Folgen haben. Zudem geht die Justiz gegen Personen vor, die sie für Unterstützer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hält.

Die Zahl der Deutschen, die in der Türkei insgesamt festgehalten werden, könnte noch höher sein, weil die Auslandsvertretungen nur jene konsularisch betreuen, die das auch wünschen, wie das Auswärtige Amt „t-online” mitteilte. „Haftfälle deutscher Staatsangehöriger sowie Ausreisesperren in der Türkei sprechen wir immer wieder deutlich gegenüber der türkischen Seite an. Wir erwarten, dass die Türkei ihren internationalen Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit nachkommt”, wurde das Auswärtige Amt zitiert.

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