„TIME”-MAGAZINE

Menschen der #MeToo-Bewegung sind "Person des Jahres"

Die „Person des Jahres” ist diesmal eine ganze Gruppe von Frauen und Männern, die das Schweigen über sexuelle Belästigung gebrochen haben.
dpa
Frauen und Männer gingen im Jahr 2017 für "#Metoo" oftmals auf die Straße: Hier ein Protestmarsch in Los Angeles.
Frauen und Männer gingen im Jahr 2017 für „#Metoo” oftmals auf die Straße: Hier ein Protestmarsch in Los Angeles. Damian Dovarganes
New York.

Das US-Magazin „Time” hat die Frauen und Männer, die mit der #MeToo-Bewegung das Schweigen über sexuelle Übergriffe gebrochen haben, zur Person des Jahres 2017 erklärt. Auf die Titelseite der aktuellen Ausgabe setzte die Zeitschrift Frauen wie Schauspielerin Ashley Judd, Sängerin Taylor Swift und die Software-Entwicklerin Susan Fowler.

Judd hatte gemeinsam mit anderen Frauen die Affäre um Filmproduzent Harvey Weinstein losgetreten, dem sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden. Swift hatte erfolgreich einen Radiomoderator verklagt, der ihr an den Po gegrapscht hatte. Fowler hatte eine Unternehmenskultur voller Sexismus beim Fahrdienstanbieter Uber beschrieben, die Firmenchef Travis Kalanick schließlich aus dem Amt trieb.

„Schnellste Veränderung seit den 60ern”

„Die mitreißenden Handlungen der Frauen auf unserer Titelseite gemeinsam mit Hunderten anderen sowie vielen Männern haben eine der schnellsten Veränderungen in unserer Kultur seit den 1960er Jahren freigesetzt”, teilte Chefredakteur Edward Felsenthal zur Entscheidung der Redaktion am Mittwoch mit.

Seit Anfang Oktober waren Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen namhafte Schauspieler, Politiker, Journalisten und andere Männer bekanntgeworden, darunter Schauspieler Kevin Spacey, Moderator Charlie Rose, Comedian Louis C.K. und Senator Al Franken. Im Internet hatten weltweit insbesondere Frauen mit dem Hashtag #MeToo von sexuellen Übergriffen berichtet.

Erfahrungsbericht einer Nordkurier-Redakteurin

Einen Erfahrungsbericht zum Thema Sexismus hatte Nordkurier-Redakteurin Sarah Schaefer veröffentlicht, nachdem während der #metoo-Debatte in der Öffentlichkeit breit über die Vorwürfe gegen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein diskutiert wurde. Zahlreiche Schauspielerinnen berichteten darüber, von ihm belästigt, genötigt oder vergewaltigt worden zu sein. Die Bundestagsabgeordnete Frauke Petry argumentierte kürzlich in eine andere Richtung: Die Debatte würde "liebgewonnene Traditionen" beseitigen. Dafür erntete sie Widerspruch.

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