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Merkel kritisiert Hotel-Öffnungen über Weihnachten

Mehrere Bundesländer wollen über die Feiertage Hotelübernachtungen für Familienbesuche erlauben, auch in Städten mit hohen Infektionszahlen. Kanzlerin Merkel gefällt das offenbar gar nicht.
dpa
Es sei laut Angela Merkel nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die tatsächlich Verwa
Es sei laut Angela Merkel nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die tatsächlich Verwandte in der Region besuchten. (Archivbild) Michael Kappeler
Berlin ·

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Pläne verschiedener besonders von der Corona-Pandemie betroffener Länder kritisiert, über Weihnachten in Großstädten Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben. Merkel habe sich am Montag in einer virtuellen Sitzung des CDU-Präsidiums zu dem Beschluss von Bund und Ländern bekannt, die strengen Corona-Kontaktbeschränkungen über die Festtage zu lockern, berichteten Teilnehmer am Montag in Berlin. Es habe ihr aber die Fantasie gefehlt, zu ahnen, dass besonders betroffene Länder die Hotels öffnen wollten, wurde sie zitiert.

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MV und Schleswig-Holstein von Kritik ausgenommen

Es sei nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die tatsächlich Verwandte in der Region besuchten, begründete Merkel demnach ihre Kritik. Nach diesen Informationen bezog sich die Kanzlerin auf entsprechende Regelungen in Großstädten wie Berlin. Es sei nicht zu erklären, dass zugleich etwa die Krankenschwestern an der Berliner Charité über Weihnachten durcharbeiten müssten. Ausdrücklich habe sie in diesem Zusammenhang nicht von Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern gesprochen, berichteten mehrere Teilnehmer. In einigen Flächenländern seien sinkende Inzidenzwerte zu erkennen.

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Die Kanzlerin sprach demnach von erfreulichen Entwicklungen bei den Corona-Infektionszahlen in Hamburg und Bremen. Dagegen gebe es steigende Zahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Nun müssten regionale Maßnahmen ergriffen werden. Es seien regionale Kraftanstrengungen notwendig. Merkel betonte, im November habe es so viele Corona-Infektionen wie von März bis Oktober zusammen gegeben – mehr als 500.000. Nach den Beratungen des CDU-Präsidiums wollte Merkel am Vormittag mit dem Corona-Kabinett zusammenkommen.

Hotelübernachtungen für Familienbesuche erlaubt

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer betonte nach Teilnehmerangaben in der Präsidiumssitzung, es gebe bei den Infektionszahlen leider weiterhin eine „Seitwärtsbewegung”.

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Nach Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein und Berlin hatte am Samstag auch Mecklenburg-Vorpommern angekündigt, über die Festtage Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben – entgegen einer Empfehlung aus dem Kanzleramt. Auch Baden-Württemberg will solche Übernachtungen nun über die Weihnachtstage zulassen.

Am Mittwoch hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, dass der Teil-Lockdown mit der Schließung etwa von Restaurants, Theatern, Fitnessstudios und Freizeiteinrichtungen bis zum 20. Dezember verlängert werden soll. Private Zusammenkünfte werden auf maximal fünf Personen begrenzt. Über Weihnachten sollen die Kontakt-Beschränkungen dann gelockert werden, um Familienbesuche zu ermöglichen.

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Kommentare (3)

Hallo, Frau Merkel! Kleiner Hinweis: Insbesondere in Großstädten hat nicht jeder ein eigenes Haus mit ausreichend Gästezimmern, um die Familie bei (Weihnachts-)Besuchen unterzubringen. Dazu fehlt Ihnen wohl auch die Phantasie, sich sowas vorzustellen?! Bestes Beispiel Mal wieder, wie weit weg die Politiker in diesem Land von der Normalbevölkerung sind. ☹️

Was nützen die Beschlüsse,wenn jedes Bundesland sein eigenes Ding macht. Es kann doch einmal ohne große Verwandtschaft aus nah und fern Weihnachten gefeiert werden. Zu mir kommt keiner zu Besuch. Wenn sich dann der Virus über Weihnachten verbreitet hat,will keiner eine Schuld daran gehabt haben. Was nützt über Weihnachten eine Lockerung,wenn danach die Beschränkungen noch schwerer rigoroser ausfallen.

ging es doch auch.