WAHLDEBAKEL IN HESSEN

Angela Merkel will CDU-Vorsitz abgeben

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Bereitschaft auf den Verzicht auf den CDU-Vorsitz angekündigt. Während gleich drei CDUler ihre Nachfolge antreten wollen, ist in Merkels politischer Heimat Mecklenburg-Vorpommern die Überraschung groß.
dpa
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist bereit, auf den CDU-Vorsitz zu verzichten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist bereit, auf den CDU-Vorsitz zu verzichten. Silas Stein
Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach den massiven Stimmenverlusten ihrer Partei bei der Landtagswahl in Hessen bereit, auf den CDU-Vorsitz zu verzichten. Das hat Merkel am Montag in einer Live-Pressekonferenz in Berlin mitgeteilt. Dort hat sie aber auch deutlich gemacht, dass sie bis zur nächsten Wahl Kanzlerin bleiben möchte. Über die Zeit danach sagte sie: "Die vierte Amtszeit ist meine letzte als Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland." Sie würde darüber hinaus keine weiteren politischen Ämter mehr anstreben.

Bisher hatte sie immer darauf bestanden, dass beide Ämter zusammengehören. In der Pressekonferenz bezeichnete sie dies nun als Wagnis, welches sie aber eingehen möchte.

Einschätzung: Angela Merkel gesteht völligen Autoritäts-Verlust.

Merz, Kramp-Karrenbauer oder Spahn als Nachfolger

Aus dem Umfeld des früheren Unionsfraktionsvorsitzende Friedrich Merz war zu erfahren, dass er für den CDU-Vorsitz kandidieren will. Auch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat dies vor. Das kündigte die Saarländerin am Montag nach Angaben von Teilnehmern in der Sitzung des CDU-Vorstands in Berlin an.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach aktuellen Informationen ebenfalls seine Kandidatur als Nachfolger von CDU-Chefin Angela Merkel angekündigt. Spahn hat sich in der Vergangenheit als Merkel-Kritiker und Vertreter des besonders konservativen Flügels der CDU profiliert.

Die Nachfolge an der Parteispitze könnte schon auf dem CDU-Parteitag Anfang Dezember in Hamburg geregelt werden.

Schock oder Signal?

In Angela Merkels politischer Heimat Mecklenburg-Vorpommern hat ihre Ankündigung Überraschung ausgelöst. Die Entscheidung schmerze, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Montag im NDR. Glawe ist CDU-Kreisvorsitzender in Vorpommern-Rügen, wo sich Merkels Bundestagswahlkreis befindet. Merkels Ankündigung sei für ihn eine "große Überraschung".

Für viele sei es ein Schock - für manche aber das Signal, dass die CDU sich jetzt neu aufstellen werde. Er gehe davon aus, dass Merkel Kanzlerin bleibe werde.

Nach Ansicht des AfD-Landesvorsitzenden Leif-Erik Holm wird der angekündigte Wechsel an der Spitze der CDU den Niedergang der Union nicht aufhalten. "Erst eine deutliche Abkehr von Merkels Linkskurs und eine glaubwürdige Erneuerung auf allen Ebenen könnte zu einer Reanimation der ehemaligen Volkspartei beitragen", sagte Holm am Montag. Danach sehe es allerdings nicht aus. "Merkel hat es geschafft, die CDU an ihrer eigenen Basis vorbei in Grund und Boden zu 'modernisieren'".

Seit 18 Jahren CDU-Chefin

Angela Merkel ist seit 18 Jahren CDU-Chefin. Sie hatte bisher immer betont, dass für sie Parteivorsitz und Kanzlerschaft zusammengehören. Wie zuvor schon in Bayern fuhr die Union am Sonntag in Hessen zweistellige Verluste ein. In der CDU wurde danach der Ruf nach personellen Konsequenzen laut. Im Laufe des Tages wollen die Parteigremien in Wiesbaden und Berlin über Konsequenzen aus dem Ergebnis beraten.

Bei der Wahl verlor die CDU mit Ministerpräsident Volker Bouffier an der Spitze nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 11,3 Punkte im Vergleich zur Wahl 2013 und kam auf 27,0 Prozent. Die SPD mit Thorsten Schäfer-Gümbel an der Spitze erzielte 19,8 Prozent (minus 10,9). Großer Wahlgewinner wurden die Grünen mit ebenfalls 19,8 Prozent (plus 8,7).

Dieser Artikel wurde am Montag, 29. Oktober, mehrfach aktualisiert.

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Kommentare (12)

Warum macht Frau Merkel wieder nur halbe Sachen?
Komplett zurücktreten wäre die Konsequenz, platzmachen für Neuwahlen!!

unsere Bundeskanzlerin ist für 4 Jahre ins Amt gewählt, warum also schon "vorher von Bord gehen"?... Sollte also ein MdB, bzw. seine Fraktion das Bedürfnis haben, Frau Merkel aus dem Amt zu drängen, geht das z. B. über ein konstruktives Misstrauensvotum... wie aber schon das Wort "konstruktiv" aussagt, muss hierbei ein Alternativkandidat "seinen Hut in den Ring werfen"... und auf die Peinlichkeit wenn z. B. Alexander "der Vogelschiss der Geschichte" Gauland sich einer solchen Abstimmung stellt, können vermutlich auch die "Parolengröhler" der AFD verzichten.

Was sie, Reiner Müller, alles in meine zwei Sätze reininterpretieren sagenhaft. Es fehlt allerdings, dass sie mich als Nazi bezeichnen.
Und eins noch, den Satz " Vogelschiss der Geschichte" haben auch sie nicht begriffen.
Sie gehören auch zu denen, die sich alles so hinbiegen wie es ihrer politischen Gesinnung entspricht .
Lassen sie sich ruhig weiter von Merkel und co verarschen. Mir soll's egal sein

Jetzt wird sich schon über Beleidigungen beschwert, obwohl diese gar nicht ausgesprochen wurden... hören Sie doch einfach auf zu jammern... nehmen Sie den Aluhut ab und nehmen Sie ihr Leben selbst in die Hand, anstatt immer nur die Schuld bei anderen zu suchen

Welche Schuld hab ich denn bei wem gesucht?
Wenn man keine vernünftige Argumente hat wie sie, dann sollte man aufhören Unsinn zu labern.

Ihre Frage, warum Frau Merkel "halbe Sachen" mache, ist einfach zu beantworten (übrigens Hessens Landtagswahl ist keine Bundestagswahl, hier interpretieren Journalisten immer viel mehr rein als die Realität hergibt). In der CDU reisst sich niemand um das Kanzleramt. Neuwahlen bringen derzeit nichts, weil die CDU auch bei Neuwahlen die stärkste politische Kraft bleibt. Man kann das mit 1998 vergleichen, wo die CDU einen der lahmsten Bundestagswahlkämpfe abhielt, weil man intern Helmut Kohl loswerden wollte ohne das die CDU ihr Gesicht verliert. Damals hat man es geschafft, weil die Arbeitslosigkeit dramatische Zahlen annahm und die Bürger die CDU abwählten. Heute geht es allen viel besser, die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie nie, auch wenn es z.B. keine Renten geben wird, Habenzinsen auf dem Nullpunkt sind. Wegen der paar Asylsuchenden wählt niemand die CDU weg. Chaos gab es nach der letzten Bundestagswahl 2017, die letztlich erst im Frühling 2018 abgeschlossen war. Politisches Chaos wünscht sich keine deutsche Mehrheit.

Frau Merkel,weiß genau das sie an dem derzeitigem Zustand der CDU pp die Hauptschuld trägt und auf dem kommenden Parteitag es ungemütlich für sie werden wird. Also wirft sie schon vorher die Brocken hin,dann ist sie aus dem Schneider und braucht sich nicht mehr um den Zustand der CDU kümmern. Auch der Zuchtmeister der Fraktion ist ihr ja bereits abhanden gekommen ,es wird einsam um sie. Regieren ,will sie aber noch bis zum bitteren Ende ! Ohne eine Grunderneuerung auch mit neuen Köpfen in der Spitze,werden beiden Parteien weiterhin die Wähler abhanden kommen. Das es noch getreue gibt,die zu ihr halten ist verständlich,denn sie sind von ihr abhängig und könnten dann ihren Posten verlieren,wenn sie nicht mehr BK ist.

- von wegen - in ihrer pol Heimat ist die Ueberraschung gross - vielleicht bei ihren Lemmingen - Ruecktrittt der [Anm.d.Red.: Wort gelöscht. Beleidigung/Unterstellung] Kanzlerin und aufraeumen in den [Anm.d.Red.: Wort gelöscht. Beleidigung/Unterstellung] Volksparteien incl. Gruene Linke

Frau Merkel,hat es in ihrer Amtszeit geschafft alle ihre Widersacher,die ihr das Amt streitig machen können,auf das Abstellgleis zu schieben. Da sie so ähnlich wie Herr Honecker von getreuen umgeben ist,die ihr nach dem Munde reden,ist ihr die Realität zur Basis abhanden gekommen,sonst hätte sie niemals 2015 die Grenzen eigenständig geöffnet. Das Festhalten und der Starrsinn konnte eben nur aus diesen Gründen ungestraft in der politischen Landschaft stattfinden. Richtig ist,dass im Augenblick keiner der Königsmörder sein will,weil alle an ihren Posten kleben,den sie durch die BK erhalten haben.

Zu Beginn ihrer Kanzlerschaft schwor diese Frau D zu dienen-!!! D pol. ok. und sozial nach vorne zu bringen - auch auf Sicherheit wurde Wert gelegt -! Heute koennen wir voller Sorge sagen das Gegenteil wurde erreicht - Arbeiten bis 70 - Steuern Abgaben p Jahr 》60% - Sicherheitsranking W w Pl. 51 - Niedrigloehne von denen niemand eine Fam ernaehren kann. - weiteren Abbau v Sozialleistungen und leben von der Substanz - Posted u Positionsgeschacher der ;; Volksparteien;; - wem hilft das - dem dt. Volke - dem Waehlerschaft welcher sich mit dem wahren D identifiziert wenig - Merkels Abgang ist ueberfaellig

Angela Merkel hat den Zeitpunkt des Rückzugs um ein Jahr verpasst. Sie hätte es bei drei Legislaturperioden belassen sollen. Vielleicht sollte man die deutsche Kanzlerschaft generell auf 2-3 Wahlperioden beschränken, ähnlich wie in den USA. Jede zu lange Kanzlerschaft führt zu gefühltem Stillstand, der nur die Ränder stärkt. Die jämmerliche AfD wäre nie so stark geworden, wäre Frau Merkel früher zurückgetreten. Jetzt hat sich das Krebsgeschwür in allen Landtagen sowie im Bundestag eingenistet und verspritzt sein Gift, finanziert von Steuermitteln aller anständigen Deutschen. Respekt, Frau Merkel, für den ruhigen Kurs der letzten Jahre. Ohne sie hätten wir das Monster Europa nie gebändigt und wären jetzt immernoch so desolat wie Italien. Mal sehen wers besser macht!

Zum Glück hat dieses Krebsgeschwür AFD überall Fuss gefasst und verstreut Gift. Der ruhige Kurs der Frau Merkel hatte nur ein Ziel , nämlich die großen Wirtschaftsbosse zufrieden zu stellen und das eigene private Diätenkonto zu füllen,( Siehe VW Skandal, BER), und ist jetzt Gott sei Dank vorbei. Noch mehr Beispiele gefällig. Mit der eigenmächtigen Grenzöffnung dieser Dame ist das Fass übergelaufen.
Dies gilt es jetzt zu bereinigen. Aber nicht mit CDU, Grüne , SPD und schon garnicht mit linken.