PROTESTE GEGEN IKEA

Möbel-Klassiker bald nicht mehr zu haben

„Expedit“ steht als Platten- und Bücherregal in vielen Wohnzimmern. Jetzt soll es ausrangiert werden. Vor allem im Netz formiert sich Widerstand.
dpa
Auch in einem Kinderzimmer im brandenburgischen Sieversdorf ist der Möbelklassiker zu Hause.
Auch in einem Kinderzimmer im brandenburgischen Sieversdorf ist der Möbelklassiker zu Hause. Patrick Pleul
Hofheim.

Ikea nimmt ein Regal aus dem Programm – und erntet Entrüstung. „Expedit“, wie das minimalistische Möbel mit den 33 mal 33 Zentimeter großen Ablagefächern heißt, ist von April an weltweit nicht mehr zu haben. Einen entsprechenden Bericht der „Welt“ bestätigte eine Sprecherin des Möbelriesen am Mittwoch.

Gegen das plötzliche Aus für das in vielen Haushalten wohlgelittene Möbel regt sich Widerstand, der sich vor allem in den sozialen Netzwerken artikuliert. „Ihr seid der letzte Laden. KEIN EXPEDIT == KEIN IKEA!!!“, lautet etwa der Eintrag eines Nutzers auf der Facebook-Seite des Unternehmens. Eine weitere Klage lautet: „Ganz ehrlich, warum müsst ihr immer gut laufende Produkte austauschen?“ Schon gibt es die Facebook-Seite „Rettet das Ikea Expedit Regal“, die bis Mittwochvormittag mehr als 8350 Unterstützer zählte.

Bei Ikea zeigt man sich angesichts dieser Reaktionen überrascht – und weist die Überlegung von sich, das Möbelhaus könnte selbst hinter der Aktion stecken und sich davon einen Werbe-Effekt versprechen. „Es ist ein ganz normaler Wechsel im Rahmen unserer Sortimentsentwicklung“, sagt Sprecherin Sabine Nold. Im Servicecenter gebe es relativ wenige Anrufe zu dem Ende des Regals.

„Expedit“ werde seit dem Jahr 2000 verkauft, da sei mal eine Auffrischung nötig. Zudem werde es einen Nachfolger mit dem Namen „Kallax“ geben, der dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich sehe und die gleiche Funktion erfülle.

Zwar passten die „Kallax“-Außenmaße nicht ganz zu denen von „Expedit“, aber alle Einsätze, Türen und Schubladen könnten weiter verwendet werden. „Von daher war das für uns nicht so das Großereignis“, sagt die Sprecherin. Angaben zu den „Expedit“-Verkaufszahlen machte sie nicht.

Mancher hartgesottene „Expedit“-Fan bleibt trotz der Aussicht auf „Kallax“ misstrauisch: „Wenn da meine schallplatten nicht reinpassen... leute, kein Spaß!“, schreibt ein Facebook-Nutzer halb drohend, halb verzweifelt auf der Seite des Unternehmens.

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