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MV und Ruhrgebiet verarmen um die Wette

Andreas Gebert/dpa

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern: Im Armutsbericht schneidet Mecklenburg-Vorpommern schlecht ab.

15,2 Prozent der Deutschen gelten als arm oder armutsgefährdet. In Mecklenburg-Vorpommern sind es 22,9 Prozent der Einwohner.

Das geht aus dem "Armutsbericht 2013" des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervor. Die Armutsquote in Deutschland ist demnach in den vergangenen fünf Jahren um knapp zehn Prozentpunkte gestiegen.

Weniger als 869 Euro zum Leben?

Als arm oder armutsgefährdet gilt laut der Studie, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat. Zur Zeit sind dies weniger als 869 Euro im Monat (Singlehaushalt), beziehungsweise weniger als 1.826 Euro (Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren). Diese Rechen-Werte liegen über den Hartz IV-Regelsätzen. Würde man diese ansetzen, wäre die Armutsquote noch höher.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern steigt: Am besten schneidet in diesem Vergleich Baden-Württemberg ab (11,1 Prozent). In MV ist die Armutsquote innerhalb eines Jahres um 0,7 Prozent gestiegen. Unser Land liegt damit an zweiter Stelle der von Armut bedrohten Bundesländer hinter Bremen und vor Berlin.

Zukünftig gebe es aber vorwiegend in westdeutschen Regionen eine "völlig ungebremste Armutsentwicklung", schreiben die Autoren der Studie. Dies gelte immer dann, wenn "wachsende individuelle Armut auf massive öffentliche Finanznot" treffe. Als Beispiele hierfür werden Bremen und das Ruhrgebiet genannt.

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