KOMMENTAR

Nicht von den USA rumschubsen lassen!

Die US-Sanktionen gegen die Ostsee-Pipeline sind in Kraft. Der bloße Protest aus Berlin und Moskau reicht nicht, findet unser Kommentator Carsten Korfmacher.
Die Arbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 2 wurden nach den Sanktionen von Trump gestoppt.
Die Arbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 2 wurden nach den Sanktionen von Trump gestoppt. Bernd Wüstneck
Berlin.

Trump, der neue Pausenhof-Schläger der Welt, versucht immer wieder, durch Sanktionen und Strafzölle, also durch politische Maßnahmen, die privatwirtschaftlichen Interessen amerikanischer Unternehmen durchzusetzen. Was macht man gegen sowas? Man schlägt zurück, so hart und überraschend wie möglich. Dann nämlich überlegt es sich der Fiesling beim nächsten Mal genau, ob er wieder mit den Schikanen beginnt. Anstatt sich in moralischer Entrüstung zu ergehen, muss die Bundesregierung also Gegensanktionen im selben Volumen verhängen – um „europäische Sicherheitsinteressen zu beschützen“.

Die wirklichen Probleme lassen sich dadurch aber nicht lösen. Doch dafür ist es ohnehin zu spät. Nord Stream 2 hat die Mitglieder der EU gespalten, Polen und Balten sind gegen die Pipeline und werden sich EU-Maßnahmen widersetzen. Deutschland macht sich abhängiger von einem Russland, das sich immer mehr in Großmachtfantasien verliert. Und die Frage, wie ernst gemeint die Energiewende wirklich ist, wenn man sich auf Jahrzehnte fossilen anstatt erneuerbaren Energien verpflichtet, wartet immer noch auf eine Antwort.

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Kommentare (2)

Das von den Journalisten, die beim oder für den Nordkurier arbeiten, wenig bis nichts zu erwarten ist, beweisen diese regelmäßig. Eine Marsal dieser minderen journalistischen Qualität reicht dem Nordkurier eben nicht. Herr Korfmacher reiht sich in diese fragwürdige Reihe ein. Immer schön einseitig, billig, niveaulos und schlicht. Da färbt offensichtlich der Mensch auf die "Qualität" der Arbeit ab.

"Trump, der neue Pausenhof-Schläger der Welt..." oder ..."der Fiesling..."
Nun ja, kann man so schreiben, seriös geht aber anders, Herr Korfmacher! Mit diesen Formulierungen beweisen Sie, dass auch Sie nur ein journalistischer Pausenclown und Fiesling sind. Man mag zu Trump stehen, wie man will, aber in einem Kommentar einer Tageszeitung, die sich selbst so toll und anspruchsvoll findet, haben solche Formulierungen nichts zu suchen. Es sei denn, Sie wollen sich den bildungsfernen Schichten einiger Leser/-innen (und Kollegen/Kolleginnen) anbiedern und annähern.

Wie so viele andere deutsche Medien machen Sie sich nicht einmal die Mühe, Trump und sein Handeln zu verstehen. Ganz zu schweigen davon, dass Sie in diesem Fall das eigentliche Problem erkennen können oder wollen. So einfach, wie offensichtlich Ihre Welt ist, in der Sie leben und arbeiten, ist das Ganze nicht.

Hier einmal ein Kommentar eines Journalisten der FAZ, der den Namen auch verdient und der das Thema umfassend beleuchtet sowie kommentiert: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/auf-die-harte-tour-ein-kommentar-zu-nord-stream-2-16547147.html

Die EU-Kommission hat einen Kompromiss im Sommer 2019 mit den heftigst, kritisierenden Mitgliedsstaaten der EU zu Nord Stream 2 verabschiedet. Darin sind die durch Nordstream 2 ausgebooteten europäischen EU-Staaten halbwegs wieder im Boot (Änderung der EU-Gasrichtlinie). Durch den EU-Kompromiss schauen die USA neidvoll in die Röhre und haben einen Präsidenten, der wie die Axt im Walde durch die Weltöffentlichkeit rabaukt. Zudem hat die Betreiberfirma von Nordstream 2 eine Nichtigkeits-Klage gegen die Änderung der EU-Gasrichtlinie eingereicht, denn mit dem EU-Kompromiss wäre die Ostseepipeline wirtschaftlich für Betreiber wie Gaslieferanten wertlos. Betrachtet man Europa als Hinterteil, dann ist weiterhin Deutschland die mittlere Furche. Es bleibt also spannend im EU-Zirkus.